03.09.2015

Radtour Czerwiensk - Guben

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Am Mittwoch, den 02. September 2015, starteten wir, fünf Radfahrer aus Frankfurt (Oder), Müllrose und Ziltendorf, eine 68-km-Tour durch Westpolen. Wir sammelten uns vormittags auf den Bahnhöfen von Frankfurt (Oder) und Slubice. Unsere gemeinsame Radtour begann nach einer 80 Minuten dauernden Zugfahrt am Bahnhof Czerwiensk und führte uns, zum größten Teil auf Asphaltstraßen, durch diese Orte in westlicher Richtung bis zum Bahnhof Guben:

Nietkow - Lesniow Wielki - Militärmuseum Drzonow - Sehr sandiger Feld- & Waldweg bis Trzebule (Fürs Radfahren nicht geeignet!) - Lubiatow - Kosierz - Kukadlo - Bobrowice - Struzka - Przychow - Janiszowice - Welmice - Fester Waldweg bis Grochow (relativ gut befahrbar) - Kaniow - Pole - Biezyce - Gubin - Guben. Gegen 17 Uhr rollten wir vom Bahnhof Guben mit der Deutschen Bahn zurück in Richtung Frankfurt (Oder).

Aufgrund des sehr trockenen sandigen Waldweges zwischen Drzonow und Trzebule, auf dem wir unsere Räder manchmal nur schieben konnten, erreichten wir auf dieser Tour trotz langer Asphaltpassagen nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 16,77 km/h!

Die Gegend zwischen Czerwiensk und Gubin ist aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte relativ strukturschwach und wird vor allem durch Landwirtschaft geprägt. Aufgefallen ist mir, dass wir während unserer Radtour an keinem Restaurant oder Cafe vorbei kamen. Lediglich Verkaufsläden (Sklep) gab es in manchen Orten. Sehenswert sind - aus meiner Radfahrerperspektive - neben dem Militärmuseum Drzonow lediglich die Flußlandschaft des Bober und die Stadt Gubin.

Über das Militärmuseum Drzonow berichtete die MOZ am 23.07.2014 in einem Artikel, der hier als PDF-Datei zum Downloaden bereit steht!

Rechtes Foto: Während eines 18-monatigen NVA-Grundwehrdienstes war ich Fahrer eines solchen 3-achsigen Schützenpanzerwagens in Stansdorf.




Der polnische Zugschaffner stellte für die Fahrt von Frankfurt (Oder) nach Czerwiensk die oben gezeigten Fahrkarten aus:
  • Grenzübergangsfahrkarte für 3 Personen = 30 Zloty
  • Bahnkarte für 3 Pers. Slubice-Czerwiensk (72 km) = 38,64 Zloty
  • Bahnkarte für 3 Räder = 21 Zloty
Aus der Summe ergibt sich ein Preis pro Person von 29,88 Zloty. Der Kurs des Euro betrug 4,22 Zloty. Daraus folgt ein Fahrpreis von 7 Euro!

Für die Rückfahrt mit der Deutschen Bahn auf der Strecke von Guben bis Frankfurt (Oder) kassierte der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB):
  • Einzelfahrausweis pro Person = 6,80 Euro
  • Einzelfahrausweis pro Fahrrad = 3,30 Euro

29.08.2015

Radtour nach Lagow

Ende Juli 2015 erschien der deutschsprachige Radtourenflyer "Ausflüge und Urlaub mit attraktiven Zielen um Lagow". Er enthält u.a. eine touristische Landkarte mit markierten Strecken für Radtouristen zwischen Frankfurt und Swiebodzin. Herausgeber ist der "Fahrradverein Swiebodzin" (poln. Lubuskie Stowarzyszenie Cyklistow w Swiebodzin). Die Fotos und die Karte stammen von Edward Gralec aus Swiebodzin. Den Text verfasste der Frankfurter Reiseschriftsteller Jörg Lüderitz. Gesponsert wurde der Flyer u.a. von der Pension Smreka (www.smreka-lagow.pl).


Anlässlich dieser Flyer-Neuerscheinung und anlässlich der Einstellung der polnischen Regionalzüge "Kowalski" und "Schmidt" zwischen Poznan und Frankfurt (Oder) unternahmen sechs Radfahrer aus Frankfurt (Oder) und Ziltendorf am 29.08.2015 eine Radtour nach Lagow und weiter zum Bahnhof Toporow.

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Vier Radfahrer begannen die Reise um 09.08 Uhr auf Bahnsteig 9 des Frankfurter Hauptbahnhofs. Nach einer 20-minütigen Fahrt mit dem Regionalzug erreichten wir vier den Bahnhof Rzepin. Klaus und Frank waren mit ihren Rädern in Frankfurt gestartet und hatten sich bis Rzepin bereits 23 km erradelt. Im Rzepiner Stadtzentrum starteten wir um 09.30 Uhr unsere gemeinsame Radtour. Die anspruchsvolle Strecke führte uns über sandige Waldwege, schottrige Feldwege, ruhige asphaltierte Nebenstraßen und altes Kopfsteinpflaster durch Tarnava, Bielice, Bobrowko, Przeslice, Kownaty, Grabow und Walewice bis Lagow. Zum Mittagessen kehrten wir ein ins Lagower Gasthaus "Ogród Smaków". Danach erstiegen wir den Aussichtsturm der Burg Lagow, besuchten auf der Promenadenwiese ein kleines Erntefest und am südöstlichen Rand von Lagow die neueste Attraktion der kleinen Stadt: den Kletterpark Linowy. Danach radelten wir von Lagow bis zum Bahnhof Toporow. Der Regionalzug "Schmidt" brachte uns gegen 16.50 Uhr von dort bis zum Bahnhof Slubice. Fahrkarten verkaufte wieder der polnische Zugschaffner gegen Zlotys. Auf den restlichen Kilometern bis nach Frankfurt (Oder) fuhren wir uns die Beinmuskulatur locker. Mein Fahrradcomputer zählte 61 Kilometer. Als Durchschnittsgeschwindigkeit zeigte er extrem gemütliche 15,12 km/h an!


Für die Fahrt von 4 Personen ab Frankfurt (Oder) bis Rzepin stellte der Schaffner folgende Karten aus:
  • Grenzübergangsfahrkarte "Frankfurt-Slubice" = 40 Zloty
  • Sammelfahrkarte "Slubice-Rzepin" (15 km) = 16,43 Zloty
  • Fahrradkarte für 4 Fahrräder = 28 Zloty
Teilt man die Gesamtsumme (84,43 Zloty) der drei Teilbeträge durch 4, ergibt sich pro Person für die Strecke von Frankfurt bis Rzepin ein Fahrpreis in Höhe von 21,10 Zloty!

Für die Rückfahrt von 5 Personen ab Toporow bis Slubice (48 km) stellte der Schaffner folgende Karten aus:
  • Sammelfahrkarte für 4 Personen "Toporow-Slubice" = 52,39 Zloty
  • Einzelfahrkarte für 1 Person "Toporow-Slubice" = 16,90 Zloty
  • Fahrradkarte für 5 Fahrräder = 35 Zloty
Teilt man die Gesamtsumme (104,29) der drei Teilbeträge durch 5, ergibt sich pro Person für die Strecke von Toporow bis Slubice ein Fahrpreis in Höhe von 20,86 Zloty!

Achtung: Am 01. September 2015 stellte die polnische Bahn den Betrieb der beiden Regionalzüge "Kowalski" und "Schmidt" zwischen Poznan und Frankfurt (Oder) ein. Daher ist eine solche Tagestour, wie oben beschrieben, heute leider nicht mehr durchführbar!

26.08.2015

Sechste Mittwochstour 2015

Radfahren ist klimafreundlich, schont die Umwelt, fördert die Gesundheit, entlastet den Verkehr und den Geldbeutel.

Alle Mittwochstouren eignen sich für Damen, Herren, Schichtarbeiter, Arbeitslose, Radtouristen, Senioren + Studenten. Das Mitradeln ist stets kostenfrei, erfolgt aber immer auf eigene Gefahr!

Meine Mittwochstouren organisiere ich nach drei Prinzipien: 1. Keine Teilnahmekosten; 2. Keine Bahnfahrten; 3. Keine teuren + langen Restaurantbesuche!

Die sechste Mittwochstour am 26. August 2015 führte 14 Radfahrer von Frankfurt (Oder) hinein in den Landkreis Oder-Spree.
Wir starteten wie gewohnt um 10 Uhr am Comic-Brunnen auf dem oberen Brunnenplatz. Die Radtour war 48 Kilometer lang und dauerte 5 Stunden. 15,85 km/h betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit.

Das waren unsere Etappenorte:
Brunnenplatz Frankfurt (Oder) - Oderpromenade - Ziegenwerder - Große Müllroser Straße - Nuhnen - Markendorf - Müllrose (Teepause) - Solarpark Mixdorf - Mixdorfer Freizeitzentrum (Besichtigung und Bierpause) - Ragower Mühle - Kaisermühl - Schlaubehammer - Helenesee - Güldendorf - Frankfurt (Oder).




Das Sport- & Freizeit-Zentrum Mixdorf bietet:
  • Mehrzweckhalle für Fußball, Tischtennis, Tennis, Handball, Volleyball, Badminton.
  • Sauna.
  • Bowling mit automatischer Doppelbahnanlage.
  • Konferenzraum.
  • Gastronomie & Partyservice (Speisen & Getränke, Firmen- & Familienfeiern).
  • Außenbereich mit Mini-Golf & Tennisplätzen, überdachter Grillplatz, Sonnenwiese, Terrasse.

22.07.2015

Fünfte Mittwochstour 2015

Am 22.07. fand ab Frankfurt (Oder) die 5. Mittwochstour 2015 statt. 13 Radler fuhren gemeinsam in einem weiten Bogen östlich und nördlich um Slubice. Das waren unsere mentalen und konditionellen Herausforderungen bei dieser anspruchsvollen 44-km-Radtour: Schotter, Sand, Betonplatten, Schlacke, Asphalt und Kopfsteinpflaster bei hochsommerlichen Temperaturen!

Alle Mittwochstouren eignen sich für Damen, Herren, Schichtarbeiter, Arbeitslose, Radtouristen, Senioren und Studenten. Das Mitradeln ist stets kostenfrei, erfolgt aber auf eigene Gefahr! Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Alle Mittwochstouren organisiere ich nach diesen drei Prinzipien:
Keine Teilnahmekosten! Keine Bahnfahrten! Keine teuren Restaurantbesuche!
Radfahren ist klimafreundlich, schont die Umwelt, fördert die Gesundheit, entlastet den Verkehr und den Geldbeutel.


Das waren Stationen unserer 44-km-Radstrecke rund um Slubice:
Wir fuhren vom Frankfurter Brunnenplatz über die Stadtbrücke nach Slubice. Vorbei am sogenannten Kleiststein erreichten wir auf einem Feldweg nach 8 Kilometern die Pferderanch Drzecin. Dort legten wir die erste Tourpause ein. Über einen Betonplattenweg und eine Asphaltstraße radelten wir danach bis zum Bischofsee beim Dorf Stare Biskupice. Zeit für eine Badepause war dort selbstverständlich eingeplant. Zwischen den Dörfern Starkow und Golice galt es, einen sandiger Feldweg zwischen Windmühlen zu bewältigen. In Golice war nahe der Dorfkirche der Dorfladen geöffnet. Dort unterbrachen wir unsere Radtour, ehe es auf einer Kopfsteinpflasterstraße steil bergab ging hinunter ins polnische Odertal. Über einem Feldweg erreichten wir Plawidlo. Auf Asphalt rollten wir durch Kolonia Lubusz und Nowy Lubusz in Richtung Slubice und Frankfurt.


17.07.2015

Meine Forderungen

An die Frankfurter Stadtpolitiker:

  • Ich fordere, dass sich das Haus 1 der Frankfurter Stadtbibliothek wieder seiner Kernaufgabe widmet: Unsere Bibliothek ist eine Dienstleistungseinrichtung, die ihren Benutzern Medien zur Verfügung stellt - sowohl zur Ausleihe als auch im Lesesaal.
  • Ich fordere, dass das Haus 1 von Montag bis Freitag zwischen 09 Uhr und 19 Uhr durchgehend geöffnet bleibt! Die jetzige "Notlösung" ist beschämend - ich lehne sie ab und fordere eine Finanzausstattung der Bibliothek, die diese längeren Öffnungszeiten möglich machen!
  • Ich fordere, dass der Lesesaal im Haus 1 ebenfalls wieder von montags bis freitags zwischen 09 und 19 Uhr durchgehend für uns Leser als Lesesaal zur Verfügung steht und nicht mehr, wie in den letzten Jahren, durch verschiedene Veranstaltungen blockiert wird. In Frankfurt gibt es diverse Veranstaltungsräume und Säle in ausreichender Anzahl. Der Lesesaal gehört uns Lesern und darf nicht mehr fremdgenutzt werden. Ich protestiere gegen Fremdveranstaltungen im Lesesaal des Hauses 1, denn sie blockieren die Bibliothek und binden Arbeitszeit der Mitarbeiter.
  • Ich fordere, dass die Mitarbeiter des Hauses 1 in ihrer Arbeitszeit nicht mehr als Veranstaltungsmitarbeiter mißbraucht werden, sondern dass sie sich in ihrer Arbeitszeit wieder ausschließlich ihrer ureigensten Funktion widmen: der Betreuung der Bibliotheksnutzer und der Lesesaalnutzer!
  • Ich hoffe, dass der/die nächste einzustellende Bibliotheksleiter/in per Arbeitsvertrag verpflichtet wird, seinen/ihren Hauptwohnsitz in Frankfurt (Oder) zu nehmen. Frankfurt hat längst viel zu viele Einpendler. Unsere Stadt braucht Steuern zahlende Bürger, die sich mit der Stadt identifizieren!
  • Ich fordere von den Frankfurter Stadtpolitikern, dass sie alles dafür tun, damit der "Bildungsstandort Frankfurt (Oder)" erhalten wird. Leider beobachte ich momentan, wie unsere Frankfurter Stadtbibliothek durch eine fehlerhafte Sparpolitik demontiert wird: Öffnungszeiten und Personalstellen werden gekürzt. Das ist die Wahrheit!
Mein Leserbrief im Wochenblatt "Der Oderlandspiegel" am 15.08.2015. Der "unhöfliche" Einleitungstext des Wochenblatt-Redakteurs bezeugt sein naives Politikverständnis.

Lieber Herr Totzauer,
ich danke Ihnen herzlich für diesen und für die weiteren Beiträge in der letzten Zeit über unsere SRB (Stadt- und Regionalbibliothek).
Urlaubsbedingt habe ich Ihren jüngsten Beitrag erst heute gelesen und regaiere erst jetzt darauf, was ich zu entschuldigen bitte.
Sie haben völlig recht mit Ihrer Forderung nach weiteren Öffnungszeiten der SRB, diese liegen mit 31 Wochenöffnungsstunden pro Standort hinter der Kleinstadt Beeskow (8000 Einwohner) mit 34 Stunden, wobei Beeskow für die Belange der Einwohner des Landkreises zusätzlich über eine Kreisergänzungsbibliothek mit 50.000 Medien und einer Fahrbibliothek verfügt.
Auch Fürstenwalde und Eisenhüttenstadt liegen, was die Öffnungszeiten anbelangt, vor Frankfurt (O), von den Oberzentren Potsdam, Cottbus und Brandenburg ganz zu schweigen. Nun ist die Personaldecke durch stetigen Wegfall von Stellen dünn geworden, zunächst 3,25 Stellen wurden allein in den letzten 5 Jahren gestrichen.
1,75 Stellen von ursprüglich 5 wegzufallenden Stellen sollten gemäß der bis Ende 2015 eigentlich geltenden Kulturentwicklungsplanung zunächst wiederbesetzt werden.
Schon bald stellte sich heraus, dass die Stadt sich zumindest im Bereich des Kultureigenbetriebes nicht an die Kulturentwicklungsplanung hielt.

Nur durch eine Unterschriftenaktion, die der Freundeskreis der SRB initiiert hatte, wurden diese Stellen dann auch besetzt. Wegen außerplanmäßigem Renteneintritt einer Bibliotheksmitarbeiterin zu Ende 2014 wurde die Stelle dann trotzdem nicht besetzt - der Kultureigenbetrieb dieser Stadt ist chronisch unterfinanziert und damit stehen alle Einrichtungen der kulturellen Grundbildung, die eine breite Masse der Bevölkerung erreichen, vor zufälligen und willkürlichen Kürzungen.

Veranstaltungen für Erwachsene kann eine Bibliothek machen, wenn man entsprechende Ressourcen hat (separate Veranstaltungsräume und ausreichendes Personal). Dies ist hier schon lange nicht mehr der Fall. Jede Veranstaltung für Erwachsene (außer wenn sie gut frequentiert wird, identitätsstiftend ist und/oder Leute in die Bibliothek bringt, die sonst nicht kommen würden), steht somit in einem Ressourcenkonflikt mit den Öffnungszeiten und/oder der durchgängigen Besetzung von Auskunftsplätzen oder der Lektoratsarbeit (Bereitstellung aktueller auf die lokale Benutzerschaft bezogener Literatur).
Ein Beispiel von Veranstaltungen (es gibt weitere), welches die oben genannten Kriterien erfüllt, sind die Veranstaltungen von "My life". Eine Bibliothek hat jedoch in erster Linie einen Bildungsauftrag, Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche zur Leseförderung und Informationskompetenz und ein niedrig schwelliger Zugang zur Bibliothek, was ausreichende Öffnungszeiten für Berufstätige und Eltern mit Kindern einschließt, sind dazu unabdingbar. Erst wenn das erfüllt werden kann, kann man sich Veranstaltungen für Erwachsene leisten. Ich behaupte dies übrigens fachkundig beurteilen zu können, denn ich bin selber als Bibliothekarin in der Uni-Bibliothek tätig.

Angesichts eines sehr hohen Krankenstandes von 10% in der SRB (die Antwort auf eine Anfrage von mir im Januar 2015 im Kulturausschuss), würde die Aufrechterhaltung der alten Öffnungzeiten ohne die Wiederbesetzung der Bibliotheksassistentenstelle übrigens auf dem Rücken der Bibliotheksmitarbeiterinnen ausgetragen.

Bis zum 30.06.2015 hatte ich den Freundeskreis der SRB geleitet, ich habe diese Position aber aus gesundheitlichen Gründen und weil ich mich auf mein Stadtverordnetenmandat konzentrieren wollte, vor kurzem aufgegeben. Dennoch fühle ich mich den Belangen der Stadt- und Regionalbibliothek und ihrer Nutzer natürlich weiterhin verpflichtet und bitte Sie auch, Ihre Stimme diesbezüglich zu erheben, es ist angesichts der aktuell zu erarbeitenden Kulturentwicklungsplanung bitter nötig.

Freundliche Grüße
Renate Berthold
Stadtverordnete BürgerBündnis
(Donnerstag, 30. Juli 2015)

Auf der Homepage ELOCAL antwortete die Frankfurter Stadtverwaltung am 28.07.2015 auf meine oben genannten Forderungen. Der Antworttext öffnet sich durch folgenden Link:
http://elocal.ewerk.com/anliegen/meine-forderungen

26.06.2015

Vierte Mittwochstour 2015


Trotz ein paar Nieselregentropfen starteten am 24. Juni 2015 14 tapfere Radfahrer zu einer anspruchsvollen 50-km-Cross-Rad-Tour. Der Nieselregen hörte alsbald auf. Die frischen Morgentemperaturen stiegen bis zum Nachmittag auf angenehme 16 Grad Celsius an. Als Bekleidungsordnung hat sich das sogenannte "Zwiebelprinzip" sehr bewährt.
Die Radtour folgte thematisch einigen Spuren der RAF im Ex-DDR-Bezirk Frankfurt (Oder).


Das waren unsere Tour-Etappenorte:
Brunnenplatz Frankfurt (Oder) - Ziegenwerder - Gr.-Müllroser-Str. 63a (Ehem. RAF-Wohnung) - Nuhnen - Lichtenberg - Vorwerk Lichtenberg - LSG Biegener Hellen (Elch-Stein) - Biegen - Hirsch-Denkmal - Schleuse Kersdorf - Ehem. Stasi-Objekt 74 (Forsthaus an der Spree) - Kersdorfer Schleuse - Hirsch-Denkmal - Bistro am ExpoPark - Jacobsdorf - Pillgram - Rosengartener Zwillingsstein - Frankfurt (Oder)


Ein Mitarbeiter vom Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin führte uns durch das kleine Kanal-Museum an der Kersdorfer Schleuse:
Die Schleuse Kersdorf wurde 1891 als Einkammerschleuse (heutige Südkammer) mit einer nutzbaren Länge von 55 m in Betrieb genommen. 1914 folgte dann die Nordkammer. Beide Kammern wurden im Oberhaupt mit Klapptoren, im Unterhaupt mit Stemmtoren ausgerüstet. 1928 wurde das Stemmtor der Südkammer durch ein Hubtor ersetzt. Durch diese kostengünstige Maßnahme konnte die Schleuse 65 m-Schiffe aufnehmen.
Im Ergebnis verschiedener Voruntersuchungen wurde ab 2009 die Nordkammer grundhaft instandgesetzt und in Richtung Osten verlängert. Die Kammer erhielt eine nutzbare Länge von 115 m, die Breite von 9,80 m wurde beibehalten.
Für die Grundinstandsetzung wurden die maroden Schleusenkammerwände teilweise abgebrochen und neu aufbetoniert. Die Verlängerung erfolgte dann in Spundwandbauweise. Oberer und Unterer Vorhafen wurden entsprechend der verlängerten Schleuse ausgebaut und erhielten je eine Warte- und Koppelstelle für die Berufsschifffahrt sowie gesonderte Wartestellen für Sportboote. Am 05.09.2013 wurde die neue Nordkammer dem Verkehr übergeben. Gleichzeitig wurde vom Wasseramt das kleine Kanalmuseum fertig gestellt.

Forsthaus bei Briesen: Heimstätte für ehemalige Terroristen (RAF-Aussteiger)

Auf einem streng abgeschirmten Stasi-Anwesen im ehemaligen DDR-Bezirk Frankfurt (Oder), dem früheren "Forsthaus an der Flut" (Tarnbezeichnung "Objekt 74") in einem Wald bei Briesen, waren 1980 zehn RAF-Aussteiger nach ihrer von MfS und RAF gemeinsam organisierten Einreise wochenlang auf ihr bürgerliches Leben in der DDR vorbereitet worden. Als das Bundeskriminalamt (BKA) im Dezember 1980 ein Fahndungsplakat veröffentlichte, waren die Terroristen bereits in der DDR untergetaucht. Das Versteckspiel funktionierte, bis sich im Herbst 1989 die politischen Machtverhältnisse in der DDR veränderten und die "Schutzmacht" Stasi wegbrach.

Im Juni 1990, vor 25 Jahren, flogen die in der DDR untergetauchten Mitglieder der Rote-Armee-Fraktion auf: Am 14. Juni 1990 kam die Polizei auch nach Frankfurt (Oder) ins Haus Große Müllroser Straße 63a. Hier lebte in einer Vierzimmerwohnung das Ehepaar Winter mit seinem 8jährigen Sohn. Als die Polizei erschien, war der Koffer für den Jungen bereits gepackt: Horst Winter alias Ekkehard von Seckendorff-Gudent und Ehefrau Elke, hinter der sich Monika Helbing verbarg, hatten die Beamten bereits erwartet. Seckendorff-Gudent arbeitete damals als Leiter der Beratungsstelle für Alkoholkranke in der Gubener Straße, seine Ehefrau Monika Helbing als Rheuma-Fürsorgerin an der städtischen Poliklinik Frankfurt (Oder). Das Wohnhaus Gr. Müllroser Str. 63a (ein Würfelhaus in DDR-Plattenbauweise) wurde ungefähr im Jahr 2000 im Zuge des Stadtumbaus abgerissen. Heute ist dort eine kleine Wiesenfläche neben einem sanierten Altbau zu sehen.

16.06.2015

Eine Buch-Empfehlung

Angeregt durch ein Gespräch mit Harald Hauswald am 31.05.2015 habe ich vor ein paar Tagen mal wieder die Homepage der Bundeszentrale für politische Bildung besucht.
Gefunden und bestellt habe ich dort sowohl die DVD über den Fotografen Harald Hauswald (www.bpb.de/radfahrer) als auch das Buch "Die DDR - Eine Geschichte von der Gründung bis zum Untergang" - Autor: Stefan Wolle.

Investiert habe ich dafür relativ wenig:
- die Hauswald-DVD kostete 4,50 Euro;
- das über 1.300 Seiten dicke DDR-Buch kostete 7 Euro;
- die Versandkostenpauschale betrug 4,60 Euro.


Nach den ersten 100 gelesenen Seiten bin ich bereits überzeugt: Diese Investition hat sich gelohnt. Der Autor Stefan Wolle, der übrigens als "gelernter DDR-Bürger" zufällig auch in Frankfurt (Oder) wohnt, schrieb sein Buch mit einem sehr gut lesbaren, erfrischend ironisch geprägten Stil.

Es besteht aus diesen drei Teilen:
  1. Der große Plan (Alltag und Herrschaft in der DDR 1949 - 1961)
  2. Aufbruch nach Utopia (Alltag und Herrschaft in der DDR 1961 - 1971)
  3. Die heile Welt der Diktatur (Herrschaft und Alltag in der DDR 1971 - 1989)
Wer sich 25 Jahre nach dem Untergang des "Retortenbabys" DDR - dem "Homunculus sovieticus" (Ausdruck von Pjotr Abrassimow) - mit der "nicht lebensfähigen historischen Missgeburt aus asiatischer Despotie und preußischem Militarismus" (Stefan Wolle) auf eine unterhaltsame Art und Weise auseinander setzen möchte, kaufe dieses kenntnisreiche Buch. Das Lesen könnte für viele "Ossis" und "Wessis" sowohl Provokation als auch Erleuchtung sein.

Zitat aus "Der große Plan" - Seite 77 und Seite 78:
"Es muß demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben". Dieses Diktum gehört zu den bekanntesten Aussprüchen Walter Ulbrichts. ...
Die SED hatte zwar alles in der Hand, aber es sah keineswegs demokratisch aus. Im Grunde war es von Anfang an eine Illusion der Kommunisten, irgendwer könnte dem Wolf glauben, er sei zum lieben Mütterchen der kleinen Geißlein geworden, nur weil er einen Sack voll Kreide gefressen hat. Im Grunde kam es darauf auch gar nicht mehr an.
Spätestens seit 1948 konnte und sollte jeder sehen, dass die SED überall das letzte Wort hatte. Mit der exekutiven Gewalt der sowjetischen Besatzungsmacht im Rücken beherrschte die Partei die Verwaltung, die Polizei, die Wirtschaftsbetriebe, die Kommunaleinrichtungen und Landtage, die Bildungseinrichtungen, die Massenorganisationen, die Blockparteien und das Kulturleben.
Die im Oktober 1949 gegründete Deutsche Demokratische Republik war kein Staat, der von einer Partei dominiert wurde, sondern eine Partei, die sich aus den Trümmern der Geschichte einen Staat zusammengebastelt hatte. In gewisser Weise entsprach das sogar der marxistisch-leninistischen These vom Staat als dem Machtinstrument der herrschenden Klasse, nur dass es bei dieser Klasse keineswegs um das Proletariat oder gar die Werktätigen ging, sondern um eine fremdbestimmte Clique von Funktionären.

04.06.2015

Radtour nach Swiebodzin

Am Mittwoch, den 03. Juni 2015, starteten wir, Frank K. und ich, unsere anspruchsvolle Radtour kurz nach 08 Uhr in Frankfurt (Oder). Nach 90 Radkilometern erreichten wir ohne Panne um 14.30 Uhr unser Ziel: die Christus-Statue in Swiebodzin (siehe unten).

Das waren unsere Etappenorte:
Frankfurt (Oder) - Grenzbrücke - Stadion Slubice - Neuer Radweg bis Kunowice - Landstraße in Richtung Rzepin - Nowe Biskupice - Gajec - Rzepin - Sandiger Waldweg bis Tarnawa - Schottriger Feldweg bis Bielice - Weiter auf asphaltierter Landstraße: Bobrowko - Przeslice - Kownaty - Grabow - Walewice, dahinter weiter auf sandigem Feld- und Waldweg vorbei an der Siedlung Rakow bis zur Brücke über der Pliszka - Ansteigende lange Kopfsteinpflasterstraße bis zur asphaltierten Landstraße - Lagow (Mittagessen: Tomatensuppe mit Nudeln und Weißbrot) - Steile Landstraße in Richtung Zelechow - ruppige Landstraße nach Bucze und Lubrza - gut ausgebaute Landstraße bis Swiebodzin - Fotosession im Swiebodziner Stadtzentrum - Fotosession an der Christus-Statue - Bahnhof Swiebodzin.
Wer meinen GPS-Track sucht, findet ihn in diesem GPS-Portal:

» GPS-TOUR.INFO «   


Bitte auf Bilder klicken = Originalgröße!

Nach der notwendigen Fotosession vor der Christus-Statue hatten wir noch genügend Zeit für eine leckere Pizza und ein kühles Belohnungsbier im Swiebodziner Stadtzentrum. Ab 16.30 Uhr transportierte uns der polnische Regio-Express "SCHMIDT" 69 Kilometer nach Westen bis zum Slubicer Bahnhof. Von dort legten wir ab 17.20 Uhr unsere letzten 7 Radkilometer in Richtung Frankfurt (Oder) zurück. Somit beträgt die Gesamtstrecke von meiner Haustür am Morgen bis zurück zur Haustür am Abend zirka 97 Kilometer!

Linkes Foto: Denkmal für » Czesław Niemen


Tour-Statistik:
• 90 Rad-Kilometer vom Frankfurter Zentrum bis zur Christus-Statue in Swiebodzin
• Durchschnittgeschwindigkeit ca. 18,25 km/h
• Netto-Fahrzeit ohne Pausen: 5 Stunden
• Brutto-Fahrzeit mit Pausen: 6,5 Stunden
• Zloty für 69 Kilometer vom Bahnhof Swiebodzin bis zum Bahnhof Slubice: 20,90
• Zloty für die Fahrradkarte: 7,00

01.06.2015

Rund um den Werbellinsee

Ein sehr persönlicher Veranstaltungstermin in Altenhof war Anlass, mein lang geplantes Radprojekt "Umrundung »Werbellinsee" endlich zu realisieren.
Am Sonntag, den 31.05.2015, startete ich gegen 09 Uhr mit der Regionalbahn RB60 von Frankfurt (Oder) zum Bahnhof Niederfinow. Dort begann ich um 10.30 Uhr mein Radprojekt. Insgesamt radelte ich an diesem Tag 70 Kilometer.


Dies ist die Strecke, die ich vorher mit der GPS-Software »Routeconverter geplant habe:

Bahnhof »Niederfinow - Treidelweg (»Oder-Havel-Radweg) - Eberswalde - Finow (»Goldschatz) - Finowfurt - Langer Grund - Eichhorst - »Askanierturm - Wildau - Radweg "Berlin-Usedom" - Joachimsthal - »Biorama-Aussichtsturm - Östlicher Uferpfad (größtenteils unbefahrbarer Wander- und Kletterpfad - Achtung: KEIN Radweg!) - »Altenhof - Haus Arton - Buckow - Lichterfelde - Eberswalde.




Ins Haus Arton (»www.haus-arton.de) in Altenhof (Werbellinsee) lud an diesem Sonntag (31.05.15) Wolfram Arton ein zu einem Gespräch mit dem Berliner Fotografen »Harald Hauswald. Das Gespräch fand dort statt im Rahmen der Hauswald-Ausstellung "Ruinen schaffen ohne Waffen - Fotografien von 1978-1989". Nach 50 Radkilometern erreichte ich rechtzeitig das Anwesen von Wolfram (siehe Foto). Wir kennen uns durch unsere gemeinsame Studienzeit seit 1977.
Am Beginn der Veranstaltung zeigte Wolfram den Kurzfilm "Radfahrer" von Regisseur Marc Thümmler, der die Überwachung des Fotografen Harald Hauswald durch die DDR-Staatssicherheit spiegelt. Informationen über diese DVD bietet die Webseite »www.bpb.de/radfahrer. Nach der Filmvorführung entwickelte sich ein lockeres Gespräch mit Harald Hauswald über seine Fotos, über seine und unsere Geschichten - damals in der DDR.
Bei Kaffee und Kuchen, Bier und Saft tauschten wir auf der Terrasse unsere Erinnerungen von damals und unsere Erfahrungen von heute aus.
Mit der Zugfahrt von Eberswalde nach Frankfurt (Oder) endete meine Radtour.

Folgenden wichtigen Hinweis gebe ich hier an Radfahrer, die meine GPS-Strecke als Orientierung rund um den Werbellinsee nutzen wollen: Auf dem östlichen Uferabschnitt des Werbellinsees zwischen "Voigtswiese" und der "Europäischen Jugenderholungs- und Begegnungsstätte" existiert KEIN Radweg, sondern ein fast unbefahrbarer Kletter- und Wanderpfad - ungeeignet also für Radfahrer! Ich habe mein Cross-Rad dort teilweise nur tragen können oder geschoben und rate deshalb davon ab, diesen Pfad mit Rad zu benutzen - besser geeignet ist die parallel verlaufende asphaltierte Joachimsthaler Straße!

Tourstatistik:
- 70 Kilometer von Niederfinow rund um den Werbellinsee nach Eberswalde
- Bahnkosten: 23 Euro für Hin- und Rückfahrkarte, 6 Euro für die Radtageskarte