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25.05.2021

Der Weg zur Kleist-Route

Im August 2009 fand ich in einer DB-Zeitschrift einen Artikel über den Schiller-Radweg in Marbach. Beim Lesen dachte ich sofort an Frankfurt (Oder) und Heinrich von Kleist. Warum gab es bisher in Frankfurt (Oder) noch keinen Kleist-Radweg? Wer könnte solch ein Radweg-Projekt hier anschieben? Ich entschied mich dafür, dieses Projekt selbst anzustoßen. In einer Mail an die Stadtboten-Redaktion der Märkische Oderzeitung erläuterte ich meine Kleist-Radweg-Idee. Die MOZ druckte meine Mail am 20.08.2009:
Aufgrund meines MOZ-Artikels schickte mir der SVV-Abgeordnete Jörg Gleisenstein eine Mail mit seiner Telefonnummer. Ich rief ihn an und wir unterhielten uns über meine Radweg-Idee. Im Ergebnis unseres Telefongespräches versprach Herr Gleisenstein, aus meiner Idee einen Vorschlag für die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung zu formulieren. Im September 2009 beschloss die Frankfurter SVV einstimmig, einen Kleist-Radweg in Frankfurt und Slubice anzulegen. Nach drei Jahren wurde im Sommer 2012 die Kleist-Route offiziell eingeweiht:
Information der Frankfurter Stadtverwaltung:
Kleist-Route durch Frankfurt (Oder) und Slubice


Ein Jahr vor Abschluss des Kleist-Radweg-Projektes schrieb ich am 11.04.2011 einen Brief an den damaligen Slubicer Bürgermeister, Herrn Tomasz Ciszewicz. Darin bat ich um die Verbesserung jenes Wald- und Feldweges, der als "Sportowa" hinter dem Slubicer Stadion in Richtung Pferderanch Drzecin führt. Inzwischen gibt es ein Radweg-Projekt, das zur Zeit in der Projektions- und Finanzierungsphase steckt. Irgendwann in den kommenden Monaten soll mit dem Bau dieses Radweges begonnen werden. Meine Anregung zu diesem Slubicer Radweg trägt also auch Früchte:

16.03.2021

Wasserscheide als Tourismus-Projekt

In einem Artikel vom 06.07.2018 berichtete damals die MOZ-Regionalredaktion Eisenhüttenstadt über die Nordsee-Ostsee-Wasserscheide, die unweit von Dammendorf durchs Schlaubetal führt.

Auch durch das Territorium von Frankfurt (Oder) verläuft diese Wasserscheide. Unter anderem führt sie durch die Ortsteile Hohenwalde, Lichtenberg und Rosengarten sowie durch den Frankfurter Stadtwald.
Die Nordsee-Ostsee-Wasserscheide trennt jene Flusssysteme voneinander, die das Niederschlagswasser entweder in die Nordsee oder in die Ostsee transportieren.

Ich schlage vor, dass auch Frankfurt (Oder) an exponierten, gut sichtbaren Stellen touristische Schilder aufstellt, die den Verlauf der Wasserscheide markieren. Neben den Schildern könnte man Bänke und Informationstafeln aufstellen. Den Verlauf durch Frankfurt (Oder) markiert diese Grafik:
Nordsee-Ostsee-Wasserscheide im Internet: https://continental-divide.eu

08.02.2021

Winterwetter und Verkehr

Der Februar 2021 zeigt sich bisher als ein echter Wintermonat. Tagestemperaturen um minus 10 Grad Celsius und Nachttemperaturen um minus 15 Grad Celsius sind für unsere Verhältnisse keine normalen Wintertemperaturen. In diesen Februartagen gilt bei der Kleiderordnung das bewährte Zwiebelprinzip! In den Medien hört und sieht man wegen der Schneemengen und wegen der Straßenverhältnisse diverse Sonderberichte. Unter der Überschrift "Wetter und Verkehr" informiert die Märkische Oderzeitung über die aktuelle Verkehrs- und Wetterlage.

Bitte Vorschaubilder anklicken = Originalgröße!



Gegenüber meinem Wohnhaus rodeln Kinder mit ihren Begleitern den Hang hinunter. Bald stehen die ersten Schneemänner auf der Wiese:

07.12.2020

Kleistturm-Projekt

Am 12.11.2019 schrieb ich zwei Briefe mit identischem Textinhalt:
Einen Brief übergab ich im Slubicer Rathaus, adressiert an Mariusz Olejniczak (Bürgermeister von Slubice). Einen Brief übergab ich im Frankfurter Rathaus, adressiert an Rene Wilke (Oberbürgermeister von Frankfurt/Oder).


Mein Doppelbrief:
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Mariusz Olejniczak,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Rene Wilke,

am 15.01.1999 habe ich in zwei gleichlautenden Briefen an Ihre Vorgänger, Herrn Ryszard Bodziacki und Herrn Wolfgang Pohl, für meine Idee vom Wiederaufbau des Kleist-Turms geworben. Die Briefe liegen mittlerweile in den Stadtarchiven. Auf meiner Homepage kann sie jeder Interessent nachlesen. Heute schicke ich Ihnen erneut einen Brief nach Slubice und nach Frankfurt. Leider erhielt ich damals aus Slubice nie eine direkte persönliche Reaktion. Erst sechs Jahre später, am 22.10.2005, präsentierte Herr Bodziacki in einem überraschenden Artikel der Märkischen Oderzeitung ein Turmmodell und reagierte damit erstmals indirekt auf meinen Brief und meine Idee. Dass er mit seiner Turmbau-Initiative auf die damalige Tram-Diskussion in Frankfurt (Oder) Einfluss nehmen wollte, sei hier nur am Rande erwähnt. Inzwischen fährt eine Buslinie. Bürgermehrheiten in Slubice und in Frankfurt (Oder) haben erfolgreich gegen das kostenintensive Tram-Projekt demokratisch gestimmt.
Aber immerhin nahm er 2005 nicht nur Bezug auf meine Turmbau-Idee von 1999, sondern als Slubicer Politiker setzte er damit eine Entwicklung in Gang, die sogar nach seiner Amtszeit bis zum heutigen Kleist-Turm-Projekt führte.
Heute sehe ich Slubice damit an einem Punkt, wo eine Neu-Ausrichtung des Turmbau-Projektes mir dringend notwendig erscheint:
Während der ehemalige Kleistturm 1891/92 von einem Bürgerverein geplant, finanziert und gebaut wurde, wird das heutige Turm-Projekt lediglich von hauptberuflichen Slubicer Stadtverwaltern und Politikern unterstützt. Die Slubicer Bürgerschaft ist in dieses Turm-Projekt offenbar nicht einbezogen. Um das Turm-Projekt erfolgreich abzuschließen, schlage ich Ihnen vor:
1. Machen Sie aus dem Kleist-Turm-Projekt ein Kościuszko-Turm-Projekt: Bauen Sie den Turm nicht in erster Linie für den deutschen Dichter Ewald von Kleist, sondern ehren Sie damit vor allem und gleichzeitig den polnischen Nationalhelden Tadeusz Kościuszko (1746-1817). Mit dieser Projekt-Umbenennung werden Sie bei Slubicer Bürgern sicher Zustimmung finden.
2. Gründen Sie in Slubice mit interessierten Bürgern einen Turm-Verein, der die Planungen und den Bau mit bürgerschaftlicher Kritik direkt begleitet. Die Vereinsmitgliedschaft sollte offen sein für interessierte Frankfurter Bürger! Nur wenn die Bürger mit einbezogen werden, macht das Projekt langfristig Sinn!

Mit freundlichen Grüssen
Roland Totzauer



Mit Datum 08.01.2020 erhielt ich diesen Antwortbrief in polnischer und in deutscher Sprache, unterschrieben von beiden Bürgermeistern:

Sehr geehrter Herr Totzauer,

wir bedanken uns für Ihr Interesse am Kleistturm-Projekt.
In der langen Geschichte dieses Projekts haben beide Stadtverwaltungen viele Ideen von Bürgerinnen und Bürgern aufgenommen. Diese betrafen nicht nur die Idee für das Projekt als solche, sondern auch den Umgang mit den Ruinen des historischen Kleistturms und die Gestaltung der näheren Umgebung des Neuen Kleistturms. Derzeit befindet sich das Projekt in der konkreten Planungsphase. Wenn der Kleistturm steht, werden wir interessierte Einrichtungen, Bürgerinnen und Bürger und Gewerbetreibende einbeziehen, um die entstandene Infrastruktur optimal zu nutzen. Wir wollen den Namen des Turms beibehalten, weil die Familie derer von Kleist mit unserer Doppelstadt und der Region verbunden ist. Das ist bei Tadeusz Kosciuszko nicht der Fall.
Wir wünschen Ihnen bei der Realisierung Ihrer Ideen und Projekte für unsere Doppelstadt auch weiterhin viel Erfolg und verbleiben mit freundlichen Grüßen.

Mariusz Olejniczak und Rene Wilke



Am 04.12.2020 informierte die Märkische Oderzeitung [in einem Artikel], dass die Stadt Slubice jetzt mit dem Bau des Fundaments für den neuen Kleistturm begonnen hat. Im Sommer 2021 soll er fertig sein. Am 06.12.2020 [fotografierte ich die Kleistturm-Baustelle] in Slubice.
Die Baustelle des neuen Kleistturms ist Ende März 2021 bereits sichtbar:
Am 30.03.2021 bin ich mit meinem Rad am Frankfurter Oderufer entlang geradelt. Dabei schaute ich auch in Richtung des Slubicer Höhenzuges, der hinter dem Slubicer Hafen und dem Slubicer Stadion aufragt. Dort entsteht gerade der neue Kleistturm. Seine Stahlbetonsäulen sind bereits vom Frankfurter Oderufer aus gut sichtbar (siehe Fotos)! Leider konnte ich heute nicht an die Turmbaustelle heran - aus bekannten Corona-Gründen. Der Zoom meines Fotoapparates verschaffte mir Einblick in den Baufortschritt. Wahrscheinlich wird der Turm irgendwann in diesem Jahr offiziell eingeweit. Als ich im Januar 1999 an die beiden Bürgermeister von Slubice und Frankfurt (Oder) um Unterstützung für die Idee des Wiederaufbaus bat, war ein Erfolg bzw. ein mogliches Aufbaudatum nicht erkennbar. Slubicer Politiker haben meine Projekt-Idee im Laufe der zurückliegenden Jahre seit 1999 mal aufgegriffen, mal verworfen und dann wieder aufgegriffen. Nun entsteht der neue Kleistturm unter neuen historischen Bedingungen. Der erste Kleistturm entstand 1891/92 unter Leitung eines Frankfurter Bürgervereins, wurde aber leider im Februar 1945 von deutschen Soldaten gesprengt. Der zweite Kleistturm hat nun hoffentlich länger Bestand!

12.09.2020

Kurze Nacht der Museen

Am 11. September 2020 fand die diesjährige "Kurze Nacht der Frankfurter Museen" statt. Ich nutzte diesen Abend und besuchte bei freiem Eintritt drei Frankfurter Einrichtungen:

In der Frankfurter Rathausgalerie herrschte noch relativ großer Andrang. Das hing mit der dort gerade zu Ende gegangenen Eröffnung zusammen, bei der die Brandenburgische Kulturministerin anwesend war. Die Ausstellung "Ich Du Wir – Bildnisse in der DDR. Malerei und Bildhauerei aus der Sammlung des BLMK" widmet sich dem ikonografischen Aspekt des Bildnisses in der DDR.
Das können Einzel- und Gruppenporträts sein, die wiederum fiktive Szenerien, Gleichnishaftes und individuelle Porträts darstellen. Anzutreffen sind realistische, veristische, idealistische (Sozialistischer Realismus), expressive, kubistische und impressionistische Formsprachen. In der DDR stand als kulturpolitische Forderung die Ideologie vom Neuen Menschen. Das war mit der kulturpolitischen Reglementierung seitens des Staates verbunden, der ein sozialistisches (idealisiertes) Wir einforderte.
Zugleich war diese Forderung eingebunden in die prinzipielle Unterdrückung eines jeden Einzelnen. Diese Fiktion der Gleichschaltung ebbte als Forderung an die Kunst in den Siebzigerjahren allmählich ab, verschwand aber nicht. Dem entgegengesetzt wurden die Künstler*innen nicht müde, das Ich zu verbildlichen und das Individuelle im Gegenüber, im „Du“ ausfindig zu machen.
Dabei musste jede Künstlerin und jeder Künstler für sich die mehr oder weniger existenzielle Entscheidung treffen, wie man sich unter diesen Bedingungen verhält – wie die eigene Kunst auszusehen hat. Allein ihnen oblag es, wie weit man sich in den schöpferischen Prozess einer Spätmoderne hinein begab und deren Begrenzungen auslotete. Dafür war in der DDR die Malerei DAS Medium, welches eine gewisse Popularität genoss und Breitenwirkung entfaltete.
Von 66 Künstler*innen sind 90 Malereien und Werke der Bildhauerei aus der Sammlung des BLMK in loser Chronologie und stilistisch sich voneinander absetzend angeordnet. Das soll dem Betrachter eine eigene differenzierte Sicht auf die sich oft widersprechenden Positionen innerhalb des gleichen Zeitabschnittes ermöglichen.

Das Frankfurter Stadtmuseum Viadrina präsentierte die Sonderausstellung "Krieg und Frieden in Brandenburg. Frankfurt (Oder) 1945". Die Ausstellung zeichnet zum 75. Jahrestag der Befreiung und Besetzung der Stadt die wichtigsten Themen der Nachkriegszeit nach und fragt gleichzeitig, welche persönlichen Erinnerungen und Nachlässe die heute in der Stadt Lebenden mit der Weltkriegszeit verbinden. Die Folgen von Krieg und Frieden spiegeln sich in Frankfurt (Oder) wie in kaum einer anderen Stadt im Land Brandenburg wider. Auf die verschiedenen Facetten einer Zeitenwende um das Jahr 1945 wird mit der Sonderausstellung an dem Ort erinnert, der bis zu diesem Datum unumstritten als Hauptstadt Ostbrandenburgs fungierte.
Als Verwaltungs- und Militärstandort kommt der Stadt eine wichtige Bedeutung in der Geschichte von Krieg und Gewalt zwischen 1939-1945 zu. Im Jahr 1945 wird Brandenburg zum Kriegsschauplatz im Zweiten Weltkrieg. Frankfurt ist verstrickt Kampfhandlungen und NS-Verbrechen, die Stadt wird selbst zum Schlachtfeld, schließlich nach Plünderung und Brandschatzung im Zentrum ausradiert. Das über Jahrhunderte gewachsene Kulturerbe ist verloren und zerstört. Exemplarisch lassen sich hier die Folgen des Krieges studieren. Frankfurt wird geteilt und liegt nun erstmals an der deutsch-polnischen Grenze.

Das Kleist-Museum lud ein zu einer Reise in ein Randgebiet der Kleistforschung. Aus dem Archiv des Museums und der Sammlung Burkhard Wolter wurde eine Auswahl selten gezeigter Objekte zusammengestellt, die auf den ersten Blick vielleicht wie ein Sammelsurium, eine wilde Mischung von Souvenirs und Überbleibseln der Rezeption erscheint.
In Anlehnung an Kleists Betrachtung zeigt sich jedoch, wie diffizil der Umgang mit dem "seltsamen Ding Nachruhm" sein kann. Hier begegnen wir Kleist ungeschützt, nicht autorisiert. Man bemächtigte sich in den vergangenen 200 Jahren vielfach seiner Worte und seines vermeintlichen Abbildes, sei es in der hehren Absicht einer Würdigung oder nur zur Zier eines Produktes im Dienste des Marketings. Abhängig vom Zeitgeist stellt sich mitunter auch die Frage der Instrumentalisierung von Person und Werk.

24.07.2020

EDV im Halbleiterwerk und Kulturstudium

Von 09/1968 bis 07/1970 absolvierte ich im Halbleiterwerk Frankfurt (Oder) erfolgreich die Berufsausbildung zum "Facharbeiter für Datenverarbeitung". Anschließend arbeitete ich bis Ende 1975 im Rechenzentrum dieser Halbleiterfabrik (unterbrochen durch eine 18-monatige Armeezeit von 05/1971 bis 10/1972). Im Jahr 1975 entstand im Werk ein offizielles Betriebsfoto: Umringt von mehreren Arbeitskollegen sitze ich am Bedienpult der betriebseigenen EDV-Anlage "R 300" und drücke für den Fotografen eine Taste, während ehemalige Kollegen hinter mir stehen bzw. sitzen:


Am Ende des Jahres 1975 kündigte ich meinen Schichtarbeiter-Job, verließ das Werk, den ungeliebten 3-Schicht-Rhythmus, die permanenten Propagandalosungen, die ätzenden Wandzeitungen und ging in die große kleine DDR-Welt hinaus. Der Kampf ums Überleben im DDR-Alltag nahm neue Formen und neue Inhalte an und brachte alte und neue Grenzerfahrungen.

Es begann für mich eine neue Zeitrechnung. Von 09/1977 bis 08/1980 studierte ich in Meissen-Siebeneichen "Kulturwissenschaft". Dieser Abschluss wurde 2007 von der Sächsischen Regierung anerkannt und mit Urkunde bestätigt.
Aus Datenschutzgründen habe ich mein Geburtsdatum gelöscht:



16.06.2020

1988 - Frankfurter Erinnerungsfacette

Beim Stöbern in Fotokisten fand ich Schwarz-Weiss-Fotos, entstanden im Sommer 1988, u.a. in der Wohnung von Beatrix Meerwald (gest. 2019):



Foto 1 zeigt von rechts: Beatrix, ihre Tochter, einen befreundeten Mosambikaner, der damals im Frankfurter Wohnungsbaukombinat zum Baufacharbeiter ausgebildet wurde und mich. Das Foto machte ihr damaliger Lebensgefährte Henry Gentsch - der Vater von Beatrix Tochter. Ich war damals mit Henry befreundet und besuchte sie oft in ihrer gemeinsamen Wohnung. Nach der Wende hat Henry G. Frankfurt (Oder) und Beatrix verlassen und ein Kunststudium in Berlin begonnen.


Auch das Foto 2 entstand damals in Beatrix Wohnung: der mosambikanische Freund kehrte nach 1990 zurück in seine Heimat.


Foto 3 zeigt Henry und mich während eines Spaziergangs in Frankfurt

13.06.2020

1990 erschien die neue Zeitschrift "Spiritus"


Vor 30 Jahren, im Sommer 1990, erschien die erste Ausgabe der Zeitschift "Spiritus - Das unabhängige Kulturmagazin der Oderregion".

Die Zeitschrift entstand damals nach dem Mauerfall als Kind der Wendezeit 1989/90. Die Idee für diese neue Zeitschrift entwickelte ich im November und im Dezember 1989 und stellte das Konzept allen damaligen Künstlerverbänden und Kulturinstitutionen in der Bezirkshauptstadt Frankfurt (Oder) vor. Auch Amateurkünstler hatten Interesse an einer Zuarbeit. Einige potenzielle Partner reagierten begeistert, andere nur abwartend. Mein Konzept landete auch auf Schreibtischen der Kulturabteilung des damaligen Rates des Bezirkes.
Kurz nach dem Jahreswechsel 1990 war bereits erkennbar, dass es einen Umbruch der staatlichen Strukturen geben wird. In dieser hektischen Phase blieb mein Zeitschriften-Konzept vorerst noch in der Schublade liegen. Aber im Frühjahr 1990, als das Frankfurter Haus der Künste aus der Trägerschaft des Rates des Bezirkes Frankfurt (Oder) entlassen und an die Stadt Frankfurt (Oder) übertragen wurde, passte meine Zeitschriften-Idee in das Vakuum, das durch die schrittweise Auflösung der DDR-Strukturen entstand. Arbeitsstellen wurden infrage gestellt oder abgewickelt - neue entstanden, z.B. auch im Frankfurter Haus der Künste. Damals arbeiteten in der Redaktion der ersten Zeitschriften-Nummer mit: Carmen Winter, Ingrid Kopielski und Roland Totzauer.
  
Von der Nummer 1/90 schickte ich ein Belegexemplar an die Märkische Oderzeitung. Vielleicht existiert dieses Heft heute noch irgendwo tief im Archiv der MOZ. Belegexemplare erhielten damals auch das Frankfurter Stadtarchiv und das Frankfurter Museum Viadrina. Nach dem Druck der Nummer 1 konzentrierte ich mich wieder auf meine eigentliche Hauptaufgabe als Veranstaltungsmitarbeiter im Haus der Künste.

Das Heft "Spiritus - Das unabhängige Kulturmagazin der Oderregion" war tatsächlich aber nie unabhängig. Das kommunale Geld war knapp und wurde immer knapper. Die Stadt musste Entscheidungen treffen und setzte andere Prioritäten. Die Freizeitinteressen der Frankfurter veränderten sich nach 1990. Somit war das Ende der von der Stadt Frankfurt (Oder) gesponsorten Kultur-Zeitschrift nur eine Frage der Zeit: Nach wenigen Nummern musste die Zeitschrift "Spiritus - Das unabhängige Kulturmagazin der Oderregion" eingestellt werden. Vielleicht liegen heute noch Restposten einiger Hefte irgendwo auf einem Dachboden im Haus der Künste? 


29.04.2020

Diskussionen um Frankfurter Stasi-Archiv

Warum engagiere ich mich für dieses spezielle Thema?
Im Februar und März 1990 war ich bei der Auflösung der DDR-Staatsicherheit aktiv beteiligt im Frankfurter Bürgerkomitee "Auflösung MfS" als Leiter der AG Akten/Unterlagen. In diesen besonderen Wochen des Frühjahrs 1990 entstand mein Text "Der heiße Atem der Geschichte - Tagebuch eines MfS-Auflösers 1990". Gedruckt wurde mein Tagebuch im Sommer 1990 in Ausgabe 1/90 der von mir mitbegründeten Zeitschrift "Spiritus - Das unabhängige Kulturmagazin der Oderregion" - die Details findest du in diesem Blog-Artikel.


Am Montag, den 27. April 2020, veröffentlichte die Märkische Oderzeitung einen Artikel unter der Überschrift "Standort für Stasi-Unterlagen-Archiv in Brandenburg noch offen". Der MOZ-Journalist Mathias Hausding schrieb am gleichen Tag dazu einen Kommentar: "Nicht wegducken".

Zu diesem Thema schrieb ich im November 2018 einen Leserbrief, der am 17.11.2018 im Oderlandspiegel veröffentlicht wurde. Zusätzlich schrieb ich einige E-Mails an Landespolitiker und an die BStU-Zentrale.

Ich sehe in dieser Angelegenheit unsere Frankfurter Stadtpolitiker in der Pflicht und der Verantwortung, aktiv zu werden und Lobbyarbeit für unsere Stadt zu leisten. Ebenfalls halte ich es für dringend notwendig, dass ehemalige Mitglieder der Frankfurter Gruppierung "Neues Forum" sich der Presse und gegenüber von Land und Bund zu Wort melden, um so für den Archiv-Standort Frankfurt (Oder) zu kämpfen.

Ich bin überzeugt, dass viele bekannte Sachgründe für einen Verbleib der BStU-Außenstelle in Franfurt (Oder) sprechen. Sie sind in Abwägung zum angedachten Standort Cottbus schwergewichtig. Dem Steuerzahler kann man die zuzumutenden Kosten, die durch den Verbleib der Außenstelle in Frankfurt (Oder) entstehen, wesentlich überzeugender darstellen als jene hohen Kosten, die durch einen Komplett-Umzug des Archivs nach Cottbus entstehen. Für den Stadtort Frankfurt (Oder) spricht: Die BStU-Liegenschaft in Frankfurt (Oder) gehört dem Bund. Jahrzehntelange konzeptionelle Arbeit und Erfahrungen vor Ort, ein erfahrenes und in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit engagiertes Mitarbeiter-Team, keine zusätzlichen hohen Umzugskosten: In Cottbus müsste man eine neue Liegenschaft ausbauen, ein neues Team zusammenstellen und einarbeiten. In Frankfurt wäre lediglich in eine schützende Klimaanlage zu investieren. Wer das alles vernünftig betrachtet, kann nicht nachvollziehen, warum ein Umzug überhaupt erwogen wird.

Leider wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten in Frankfurt (Oder) relativ wenig um das Frankfurter Stasi-Archivs gekämpft, denn seine Existenz war ja quasi selbstverständlich und bisher nicht gefährdet. Leider gibt es in Frankfurt kein Menschenrechtszentrum wie in Cottbus, das sich um die notwendige Erinnerungsarbeit in Sachen SED-DDR-Stasi hier vor Ort kümmert. Frankfurt hat zwar einen Historischen Verein, aber die Mitglieder interessieren sich - meiner Meinung nach - nicht wirklich für dieses Geschichtskapitel. Möglicherweise, weil einige Vereinsmitglieder durch ihre ehemalige SED-Mitgliedschaft belastet sind.


Bereits seit 1992 arbeitet das Frankfurter Stasi-Archiv. Seit vielen Jahren liegen die Cottbuser Akten hier in Frankfurt. Ich meine, der Standort Frankfurt (Oder) funktioniert. Die fachlich kompetenten Frankfurter Archiv-Mitarbeiter haben ein Recht darauf, dass ihre Erfahrungen mit den Akten gewürdigt und respektiert werden. Doch plötzlich stehen hier in Frankfurt ihre Existenzen und die Schicksale ihrer Familien unnötigerweise zur Disposition. Es stellt sich mir die Frage: Wer hat diese Standort-Diskussion initiiert? Bis 2018 gab es diese Diskussion nicht. Was hat diese Diskussion ausgelöst? Und warum reagiert Frankfurt (Oder) in dieser Angelegenheit bisher so schwach und zögerlich?


Eine einfache Antwort habe ich nicht, aber Vermutungen: Frankfurt hat einen Oberbürgermeister, dessen Parteizugehörigkeit problematisch ist: die Frankfurter SED-PDS-Linkspartei ist seit 1990 nicht aufgefallen durch eine glaubwürdige Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte. Im Frankfurter Stadtparlament sitzt seit Jahrzehnten als größte Fraktion die SED-PDS-Linkspartei. Das wiederum läßt Rückschlüsse zu auf das Denken und Handeln jener Frankfurter Bürger, die sie dorthin gewählt haben. Frankfurt ist durch seinen Status als Ex-DDR-Bezirkshauptstadt "durchseucht" mit ehemaligen SED-Mitgliedern, mit Ex-SED-Funktionären, mit ehemaligen Stasi-Mitarbeitern, ehemaligen Polizei- und NVA-Mitarbeitern sowie sogenannten DDR-Eliten und all ihren Angehörigen. Sie alle sind geprägt durch eine daraus resultierende Geisteshaltung. Sie alle beeinflussen noch immer das politische Klima Frankfurts. Es gibt leider bisher noch keine gleichstarke politische Gegenmacht. Nur der Tod bewirkte bisher die Schwächung dieser Linkspartei-Wählerschaft. Von diesen Frankfurter Bürgern erwarte ich keine Unterstützung im Kampf um das Stasi-Archiv.

Deutlich wird dies unter anderem durch zahlreiche Pro-DDR-Leserbriefe, die in den letzten 30 Jahren in Frankfurter Zeitungen abgedruckt wurden. Zuletzt erschienen im Februar 2020 (!) in der Märkischen Oderzeitung an einem Tag gleich zwei Leserbriefe, in denen von den Briefschreibern gefordert wurde, eine Frankfurter Straße zugunsten des ehemaligen Frankfurter SED-Oberbürgermeisters Fritz Krause umzubenennen! Für mich eine Forderung, die zeigt: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch! Auch das ist für mich ein Indiz dafür, warum Frankfurt den Kampf ums Stasi-Archiv verlieren könnte.

Die spezielle politische Landschaft in Frankfurt (Oder) und die diffuse Frankfurter Haltung in Sachen SED-DDR-Stasi ist und bleibt problematisch und wird natürlich in Berlin und in Cottbus sehr genau wahrgenommen. Roland Jahn, der Leiter der Berliner BStU-Zentrale, sympathisiert aus Gründen seiner  DDR-Erfahrungen mit dem Cottbuser Menschenrechtszentrum. Dort rechnen sie verständlicherweise mit seiner Unterstützung und kämpfen nun für den Umzug. Cottbus ist wegen der Berliner Unterstützung momentan leider drauf und dran, die Standortfrage für sich zu entscheiden. Wollen die Frankfurter zuschauen, wie die 55 gut bezahlten Arbeitsplätze der Archiv-Mitarbeiter nach Cottbus abwandern? Dies würde unsere Stadt nicht nur politisch schwächen, sondern inmitten der aktuellen Corona-Krise ökonomisch mit besonderer Wucht treffen!



Am 14.05.2020 habe ich erneut eine E-Mail an die Redaktion des Frankfurter Stadtboten (MOZ) geschickt mit folgendem Inhalt:

"Sehr geehrte Damen und Herren, seit vielen Monaten wird im Land Brandenburg diskutiert über den Standort des brandenburgischen BStU-Archivs. Seit Jahrzehnten befindet sich dieses Archiv der Stasi-Unterlagen in Frankfurt (Oder) und arbeitet hier sehr erfolgreich. Ich bin der Überzeugung, dass viele bekannte Sachgründe für einen Verbleib der BStU-Außenstelle in Franfurt (Oder) sprechen. Sie sind in Abwägung zum angedachten Standort Cottbus schwergewichtig. Dem Steuerzahler kann man die zuzumutenden Kosten, die durch den Verbleib der Außenstelle in Frankfurt (Oder) entstehen, wesentlich überzeugender darstellen als jene hohen Kosten, die durch einen Komplett-Umzug des Archivs nach Cottbus entstehen. Für den Standort Frankfurt (Oder) sprechen folgende Fakten: 1. Die Frankfurter BStU-Liegenschaft gehört dem Bund; 2. Jahrzehntelange konzeptionelle Arbeit und Erfahrungen vor Ort; 3. Ein erfahrenes und in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit engagiertes Mitarbeiter-Team; 4. Keine Umzugs- und Nebenkosten in Millionenhöhe, denn in Cottbus müsste man eine neue Liegenschaft bauen, ein neues Team zusammenstellen und einarbeiten. Dies würde das brandenburgische BStU-Archiv in seiner Tätigkeit extrem blockieren. In Frankfurt wäre lediglich in eine schützende Klimaanlage zu investieren. Wer das alles vernünftig betrachtet, kann nicht nachvollziehen, warum ein Umzug überhaupt erwogen wird. Damals im Frühjahr 1990 war ich aktiv beteiligt bei der Auflösung der DDR-Staatsicherheit im Frankfurter Bürgerkomitee "Auflösung MfS" als Leiter der AG Akten/Unterlagen. Auch deshalb bin ich für den Verbleib des BStU-Archivs in Frankfurt (Oder). Alle interessierten Frankfurter sollten sich dagegen wehren, dass die 55 Arbeitsplätze der Archiv-Mitarbeiter nach Cottbus abwandern. Dies würde Frankfurt nicht nur politisch schwächen, sondern unsere Stadt inmitten der Corona-Krise ökonomisch mit besonderer Wucht treffen.
Mit freundlichem Gruss - Roland Totzauer"

Am 15.05.2020 druckte die MOZ meinen Leserbrief gekürzt ab:

Am 05.06.2020 informierte MOZ.de: "Das Brandenburger Archiv für Stasi-Unterlagen bleibt in Frankfurt (Oder)." Der MOZ-Artikel kann hier online gelesen werden.
Ich freue mich über diese Entscheidung. Die Frankfurter Archiv-Mitarbeiter können nun wieder in Ruhe ihrer Tätigkeit nachgehen. Jetzt muss nur noch der Bund die Landes-Entscheidung mittragen.
Am 06.06.2020 erschien in der MOZ-Leserbrief-Seite eine gekürzte Version meines Leserbriefes vom 15.05.2020.


12.02.2020

Elfriede-Thum-Strasse kommt!

Am 11.02.2020 veröffentlichte MOZ-Online einen Artikel unter der Überschrift "Frankfurts neues Viertel soll an verdiente Bürgerinnen erinnern". In einem neuen Wohngebiet wird die Hauptverbindungsstraße den Namen der Malerin Elfriede Thum tragen.

Damit würde mein Vorschlag realisiert, den ich im März 2016 öffentlich als MOZ-Leserbrief formulierte und gleichzeitig als E-Mail an die Frankfurter Stadtverwaltung schickte.

Hintergrund ist folgender: Meine 4. Stadtwanderung organisierte ich am 17.02.2016 zum Thema »Durch die Landschaft der Malerin Elfriede Thum«. An der Wanderung nahmen 37 Wanderinnen und Wanderer teil. Wir gingen u.a. durch die südlichen Oderwiesen hin zur ehemaligen Buschmühle und zu den Güldendorfer Weinbergen. Dort stand bis 1945 das Haus der Berliner Malerin Elfriede Thum.

Nach der Wanderung verfasste ich meinen Vorschlag, in Frankfurt (Oder) nach Elfriede Thum eine Strasse zu bennenen. Am 22.03.2016 druckte die MOZ meinen Vorschlag als Leserbrief (siehe links).

Jetzt ist es also soweit: Es wird eine "Elfriede-Thum-Strasse" geben.
Online-Artikel = MOZ-Artikel vom 11.02.2020

19.01.2020

Mittwochstouren 2020

Einladung:

Als Sinnbild für Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung ist das Fahrrad zum Ursprung einer Kultur geworden. Wir Radfahrer sind Teil einer rollenden Bewegung.

Im Jahr 2020 führe ich ab Frankfurt (Oder) - wie bereits in vielen Jahren davor – insgesamt acht Radtouren: 4x links der Oder durch Ostbrandenburg und 4x rechts der Oder durch Westpolen!

Von März bis Oktober 2020 lade ich interessierte Radfahrerinnen und Radfahrer aus Deutschland und Polen ein: Jeweils im monatlichen Wechsel radeln wir bei vier Mittwochstouren durch Ostbrandenburg und bei vier Mittwochstouren durch Westpolen.

Wie in den zurückliegenden Jahren starten wir auch 2020 wieder an jedem 4. Mittwoch der Monate März bis Oktober in Frankfurt (Oder) pünktlich um 10 Uhr auf dem oberen Brunnenplatz am Comic-Brunnen.

Die Mittwochsradtouren plane ich nach diesen fünf Prinzipien:
1. Keine Teilnahmekosten; 2. Keine Bahnfahrten; 3. Keine teuren Restaurantbesuche; 4. Radstrecken nur bis zirka 50 Kilometer;
5. Durchschnittsgeschwindigkeit 14-16 km/h.
Die acht Mittwochstour-Termine 2020
Hier kannst du alle 8 Termine als PDF-Datei anzeigen und ausdrucken!

Alle Mittwochstouren eignen sich für Frauen & Männer aus Frankfurt (Oder), aus Slubice, aus Berlin, aus Ostbrandenburg und dem Rest der Welt! Gern gesehen sind stets Besitzer eines Elektro-Fahrrades.
Die Teilnahme an den Radtouren ist immer kostenfrei, erfolgt aber stets auf eigene Gefahr und eigene Versicherung!
Einfach mitradeln - eine An- oder Abmeldung ist nicht erforderlich!

Empfohlene Ausstattung: Ersatzschlauch, Luftpumpe, Trinkflasche, Proviant, Wetterjacke, eine passende Landkarte, Personalausweis, Euros, bei Polentouren bitte Zlotys mitnehmen! Für alle Strecken empfehle ich ein geländegängiges Fahrrad mit Gangschaltung!
Radfahren ist klimafreundlich, schont die Umwelt, fördert die Gesundheit, entlastet den Verkehr und den Geldbeutel. Das gemeinsame Unterwegssein stärkt die Motivation!
Ich lade alle an Bewegung interessierten Radfahrer*innen herzlich ein: Wir treffen uns am 4. Mittwoch um 10 Uhr in Frankfurt (Oder).

Auf meiner Homepage informiere ich über die Mittwochstouren 2020.

02.12.2019

Doppelt schön?

Am 17.05.2019 druckte die Märkische Online-Zeitung einen Artikel, in dem Leser aufgerufen wurden, sich an einer speziellen Aktion des Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrums zu beteiligen.
Originaltext: "Wir suchen eure Lieblingsorte in Frankfurt (Oder) und Słubice. Wir wollen wissen, wo die Doppelstadt am schönsten ist. Ob aufregend, beruhigend, voll Leben oder voll Erinnerungen – zeigt uns eure persönlichen Lieblingsorte und erzählt uns die Geschichte dazu. Im Laufe des Jahres werden daraus ein Buch und ein Film entstehen, die Frankfurt (Oder) und Słubice von eurer ganz persönlichen Seite zeigen."

Leser wurden aufgerufen, Fotos mit einem dazugehörenden Text (maximal 350 Zeichen) auf die Webseite "doppelt-schoen.eu" anonym hochzuladen. Angegeben werden musste neben dem Foto und dem dazugehörenden Text lediglich eine E-Mail-Adresse ohne Klarnamen. Für die Fotos gab es keine Größenanforderung.
Als Heimatauskenner hatte ich bereits viele eigene Digitalfotos von Frankfurt und von Slubice abgespeichert. Sie waren für mich die Foto-Basis, um bei der Aktion "Doppelt schön" mitzumachen. Im Laufe des Sommers 2019 habe ich insgesamt 47 Fotos auf die oben genannte Webseite hochgeladen - immer versehen mit einem persönlich gehaltenen Text. Viele andere Frankfurter und einige Slubicer Bürger haben sich ebenfalls an der Aktion als Foto- und Textautoren beteiligt.

Insgesamt kamen über 100 Fotos und Texte zusammen. Ab Herbst 2019 wird die frisch gedruckte Image-Broschüre "Doppelt schön" in Frankfurt (Oder) und Slubice kostenlos abgegeben, z.B. in der Touristen-Information (Bolfrashaus). In der Broschüre werden genau 100 "Lieblingsorte" vorgestellt. Ich fand in der Broschüre 40 meiner Texte, aber nur 27 meiner Fotos! Wie ist diese Diskrepanz zu erklären?
Ich bemängele auch die Bild-Auswahl: Soll Bild 18 auf Seite 25 das Slubicer Kulturhaus darstellen? Das Foto 64 ist nicht zu verorten. Dieses Foto ist für mich der ästhetische Tiefpunkt in dieser Image-Broschüre!

Fest steht für mich: In der Heft-Redaktion haben Leute einer Berliner Werbeagentur mitgearbeitet, die sich mit Frankfurt (Oder) bzw. Slubice wenig identifizieren. Wie sonst ist zu erklären, dass gute eingereichte Fotos vertauscht bzw. gegen schlechte Fotos ausgetauscht wurden?

Bitte auf das kleine Vorschaubild klicken = Originalgröße!

Seite 13 - Foto 4: Der Text stammt von mir, aber das in der Broschüre abgedruckte Foto ist nicht mein Foto (links) vom Slubicer Platz der Freundschaft.
Seite 24 - Foto 16: Der Text ist von mir, aber mein Foto von der Stadtbibliothek (rechts) ist besser als das in der Broschüre abgedruckte Fremd-Foto.
Seite 35 - Foto 33: Der Text "Allegorie in der Schmalzgasse stammt aus meiner Feder, aber mein eingereichtes Foto (links) wurde nicht gedruckt. Dafür ist in der Broschüre ein schlechtes Fremd-Foto zu sehen.
Seite 36 - Foto 35: Mein Foto (rechts) zeigt die kleine Gedenkstätte auf dem Slubicer Kommunalfriedhof, die an Deutsche erinnert, die bis 1945 auf dem Friedhof begraben wurden. Das in der Broschüre gezeigte Foto 35 ist nicht mein Foto - nur der Text stammt von mir.
Seite 38 - Foto 38: Der Text ist aus meiner Feder, aber das in der Broschüre gedruckte Foto ist nicht das von mir eingereichte Foto "Käthchen von Heilbronn". Mein Käthchen-Foto ist hier links zu sehen.
Seite 46 - Foto 48: Mein Text "Die Skyline von Frankfurt" entstand auf der Basis meines Fotos (rechts), das in der Broschüre leider nicht gedruckt wurde. Statt dessen wurde ein Fremd-Foto gedruckt. Besonders krass wird dies angesichts meines letzten Text-Satzes "Die Oder ist verschwunden ...".

Seite 56 - Foto 63: Der Text kommt aus meiner Feder, aber das in der Broschüre gedruckte Foto ist nicht mein Foto vom "Großen Stein" (links).
Seite 57 - Tipp: Der Försterstein: Das Foto in der Broschüre zeigt nicht den Försterstein (rechts), sondern den Pilzstein - eine besonders krasse Fehlleistung der sogenannten "Redaktion".

Seite 74 - Foto 87: Katjasee. Das Foto zeigt nicht den Katjasee, sondern irgendein 0815-Foto - wahrscheinlich die Oder.

Seite 75 - Foto 88: Das abgedruckte Foto zeigt leider nicht den Dorf- und Spielplatz im Frankfurter Ortsteil Rosengarten, sondern den Spielplatz im Stadtwald neben Wupis Imbiss. Der Bild- und Text-Autor hatte sein eigenes Foto vom Rosengartener Dorf- und Spielplatz eingereicht! Die sogenannte "Redaktion" hat in peinlicher Unkenntnis den Spielpatz des Ortes Rosengarten einfach in den Stadtwald verlegt.

Seite 78 - Foto 92: Das in der Broschüre gedruckte Foto ist nicht mein Foto von der Steilen Wand. Mein Text deutet an, dass mein Foto (rechts) von der polnischen Seite aus entstand - aufgenommen vom Deich bei Swiecko.



Seite 80 - Foto 95: Der Text ist von mir, aber das Foto vom Lichtenberger Bismarckturm ist nicht von mir. Aber ich gebe in diesem Einzelfall gern zu, dass das abgedruckte Foto aktueller ist als mein altes eingereichtes Foto.

In Form einer PDF-Datei zeige ich einen Überblick über meine 40 Texte und meine 27 Fotos, die ich zur Image-Broschüre beigetragen habe.

Auch wenn beim Einreichen der Fotos und Texte alle Autoren erklären mussten, "mit Ihrer Zustimmung zur Datenschutzerklärung damit einverstanden zu sein, sämtliche Rechte an der Urheberschaft Ihrer eingereichten Texte und Bilder an das Frankfurt-Slubicer Kooperationszentrum abzutreten", so bleibt unterm Strich: Als Mitautor fühle ich mich mißbraucht! Die Betrachter der Broschüre halten ein Produkt in Händen, dass meiner Meinung nach nicht mit sauberen Mitteln entstand. Ich hätte mir eine faire Zusammenarbeit auf Augenhöhe von Redaktion und Autoren gewünscht. Schließlich hat jeder Autor/Autorin als Kontaktmöglichkeit eine E-Mail-Adresse angegeben. Davon wurde leider kein Gebrauch seitens des Frankfurt-Slubicer Kooperationszentrums gemacht. Zurück bleibt ein schaler Beigeschmack und eine Image-Broschüre mit diversen Schönheitsfehlern. Laut Presse hat diese Image-Kampagne 50.000 Euro Steuergeld gekostet. Leider ist davon das wenigste Geld in Frankfurt (Oder) bzw. Slubice geblieben.

Am 13.12.2019 informierte die Märkische Oderzeitung über eine gemeinsame Sitzung der Słubicer und Frankfurter Stadtverordneten. Laut MOZ-Artikel wurde den Abgeordneten die Ergebnisse der Kampagne "Lieblingsorte der Doppelstadt" präsentiert.