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17.11.2023

Im Menschenrechtszentrum Cottbus

Aus Anlass des Mauerfalls am 09. November 1989 lud das Menschenrechtszentrum Cottbus am 09.11.2023 ein zu Führungen durch die Gedenkstätte "Zuchthaus Cottbus". Ich nahm um 14.30 Uhr an der Hausführung von Dieter Dombrowski teil. Aus meinen Smartphone-Fotos und -Videos erstellte ich ein 11-minütiges Youtube-Video:



30.01.2023

Keine öffentlichen Rad- und Wandertouren ab 2023

Ursprünglich hatte ich geplant, auch 2023 wieder Rad- und Wandertouren zu organisieren. Davon nehme ich Abstand. Meine Entscheidung richtet sich gegen Menschen, die bis heute die SED-Diktatur und die DDR verharmlosen! Ich habe im SED-Staat gelitten und leide noch immer unter den traumatischen Erfahrungen. Ich möchte mit niemandem radfahren oder wandern, der die DDR und den Diktator Honecker heute verharmlost!

Ebenso werde ich nicht mit Menschen radfahren oder wandern, die nach dem russischen Überfall auf die Ukraine mit dem russischen Diktator Putin sympathisieren oder die gegen eine militärische Unterstützung der Ukraine durch Deutschland sind!

24.07.2020

EDV im Halbleiterwerk und Kulturstudium

Von 09/1968 bis 07/1970 absolvierte ich im Halbleiterwerk Frankfurt (Oder) erfolgreich die Berufsausbildung zum "Facharbeiter für Datenverarbeitung". Anschließend arbeitete ich bis Ende 1975 im Rechenzentrum dieser Halbleiterfabrik (unterbrochen durch eine 18-monatige Armeezeit von 05/1971 bis 10/1972). Im Jahr 1975 entstand im Werk ein offizielles Betriebsfoto: Umringt von mehreren Arbeitskollegen sitze ich am Bedienpult der betriebseigenen EDV-Anlage "R 300" und drücke für den Fotografen eine Taste, während ehemalige Kollegen hinter mir stehen bzw. sitzen:


Am Ende des Jahres 1975 kündigte ich meinen Schichtarbeiter-Job, verließ das Werk, den ungeliebten 3-Schicht-Rhythmus, die permanenten Propagandalosungen, die ätzenden Wandzeitungen und ging in die große kleine DDR-Welt hinaus. Der Kampf ums Überleben im DDR-Alltag nahm neue Formen und neue Inhalte an und brachte alte und neue Grenzerfahrungen.

Es begann für mich eine neue Zeitrechnung. Von 09/1977 bis 08/1980 studierte ich in Meissen-Siebeneichen "Kulturwissenschaft". Dieser Abschluss wurde 2007 von der Sächsischen Regierung anerkannt und mit Urkunde bestätigt.
Aus Datenschutzgründen habe ich mein Geburtsdatum gelöscht:



13.06.2020

1990 erschien die neue Zeitschrift "Spiritus"


Vor 30 Jahren, im Sommer 1990, erschien die erste Ausgabe der Zeitschift "Spiritus - Das unabhängige Kulturmagazin der Oderregion".

Die Zeitschrift entstand damals nach dem Mauerfall als Kind der Wendezeit 1989/90. Die Idee für diese neue Zeitschrift entwickelte ich im November und im Dezember 1989 und stellte das Konzept allen damaligen Künstlerverbänden und Kulturinstitutionen in der Bezirkshauptstadt Frankfurt (Oder) vor. Auch Amateurkünstler hatten Interesse an einer Zuarbeit. Einige potenzielle Partner reagierten begeistert, andere nur abwartend. Mein Konzept landete auch auf Schreibtischen der Kulturabteilung des damaligen Rates des Bezirkes.
Kurz nach dem Jahreswechsel 1990 war bereits erkennbar, dass es einen Umbruch der staatlichen Strukturen geben wird. In dieser hektischen Phase blieb mein Zeitschriften-Konzept vorerst noch in der Schublade liegen. Aber im Frühjahr 1990, als das Frankfurter Haus der Künste aus der Trägerschaft des Rates des Bezirkes Frankfurt (Oder) entlassen und an die Stadt Frankfurt (Oder) übertragen wurde, passte meine Zeitschriften-Idee in das Vakuum, das durch die schrittweise Auflösung der DDR-Strukturen entstand. Arbeitsstellen wurden infrage gestellt oder abgewickelt - neue entstanden, z.B. auch im Frankfurter Haus der Künste. Damals arbeiteten in der Redaktion der ersten Zeitschriften-Nummer mit: Carmen Winter, Ingrid Kopielski und Roland Totzauer.
  
Von der Nummer 1/90 schickte ich ein Belegexemplar an die Märkische Oderzeitung. Vielleicht existiert dieses Heft heute noch irgendwo tief im Archiv der MOZ. Belegexemplare erhielten damals auch das Frankfurter Stadtarchiv und das Frankfurter Museum Viadrina. Nach dem Druck der Nummer 1 konzentrierte ich mich wieder auf meine eigentliche Hauptaufgabe als Veranstaltungsmitarbeiter im Haus der Künste.

Das Heft "Spiritus - Das unabhängige Kulturmagazin der Oderregion" war tatsächlich aber nie unabhängig. Das kommunale Geld war knapp und wurde immer knapper. Die Stadt musste Entscheidungen treffen und setzte andere Prioritäten. Die Freizeitinteressen der Frankfurter veränderten sich nach 1990. Somit war das Ende der von der Stadt Frankfurt (Oder) gesponsorten Kultur-Zeitschrift nur eine Frage der Zeit: Nach wenigen Nummern musste die Zeitschrift "Spiritus - Das unabhängige Kulturmagazin der Oderregion" eingestellt werden. Vielleicht liegen heute noch Restposten einiger Hefte irgendwo auf einem Dachboden im Haus der Künste? 


30.11.2016

Kein offener Diskurs zu SED-Herrschaft

Am Dienstag, den 29. November 2016, fand in der Frankfurter Europa-Universität "Viadrina" ein Workshop zum Thema "Aufarbeitung und Recht" statt. Darin ging es Herrn Roland Jahn, dem Bundesbeauftragten für die Unterlagen des DDR-Staatssicherheitsdienstes, unter anderem um die Frage, warum trotz umfangreicher Bemühungen kein offener Diskurs zwischen den einstigen Opfern und den Mitläufern sowie Beteiligten der SED-Herrschaft zustande gekommen sei.
Zwar sei die Zahl der individuellen Anträge im Jahr 2016 etwas zurückgegangen. Gleichzeitig bleibt das Interesse der Medien und Forschung konstant, und es interessierten sich immer mehr Kinder und Enkel für das Verhalten ihrer Vorfahren in der DDR. Am wichtigsten erscheint Herrn Jahn, wie künftige Generationen die Funktionsweise einer Diktatur verstehen können, um daraus zu lernen.


So kommentiere ich dieses Thema:
Leider ist auch hier in Frankfurt (Oder) nie ein offener Diskurs zwischen einstigen Opfern und Mitläufern sowie Beteiligten der SED-Herrschaft zustande gekommen. Solch ein Diskurs war hier in der Stadt nie gewollt. Im Gegenteil: Seit 51 Jahren "schmückt" hier in der Stadt ein DDR-Propaganda-Titel eine kommunale Weihnachtsfeier, der den zahlreichen DDR-Opfern ins Gesicht schlägt und sie verhöhnt. Der zynische DDR-Veranstaltungstitel "Wir sind eine Große Familie" wischt die erlebte DDR-Geschichte brutal vom Tisch und behauptet etwas, was sowohl in der sozialistischen DDR-Wirklichkeit als auch jetzt in der kapitalistischen Marktwirtschaft nie real existierte. Ich sage hier ganz deutlich in Richtung alter und neuer Linkspartei-Politiker: "Wir" waren keine, "wir" sind keine und "wir" werden nie eine "Große Familie" sein.
Der Satz "Wir sind eine große Familie" ist eine der Lebenslügen der Generation Krause.

In diesem Jahr wurden von der Stadt Frankfurt (Oder) etwa 14.000 Einladungen an Frankfurter Senioren verschickt. Nur etwa ein Drittel nahmen diese Einladung an! Diese Zahlen zeigen mir, dass bereits eine Mehrheit der Frankfurter Senioren diesen makaberen Titel "Wir sind eine Große Familie" durchschauen, sich davon distanzieren und sich nicht politisch vereinnahmen lassen. Inzwischen haben längst viele Frankfurter die Chance genutzt, Einsicht in Stasi-Akten zu nehmen. Wer seine Akten gelesen hat, hat kein Verständnis und Interesse für eine Veranstaltung, die Frankfurts Lokal-Politiker oberflächlich als "Große Familie" bezeichnen! Erstaunlich bleibt die Tatsache, dass bisher noch kein Frankfurter Journalist und leider auch kein Frankfurter Politiker den Mut gefunden haben, den Veranstaltungstitel und die geringe Teilnehmerzahl zu hinterfragen und Konsequenzen zu fordern.

Meine Hoffnung liegt bei kommenden Generationen, die dieses spezielle Frankfurter "Alleinstellungsmerkmal" analysieren und Fragen an die sogenannte "Große Frankfurter Familie" stellen, die hier bis heute leider noch immer verdrängt werden.


Die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur hat im Januar 2017 das Portal "Zeitzeugen" eröffnet.
Das Zeitzeugenportal richtet sich an all diejenigen, die mehr über die Menschen erfahren wollen, die in der Zeit von 1945 bis 1989 auf dem Gebiet des Landes Brandenburg Widerstand leisteten, politische Verfolgung erlitten und Unrecht oder Willkür der SED-Herrschaft erlebten. [Zum Portal "Zeitzeugen"]

• Focus-Online hat meine Meinung als Gastbeitrag am 06.12.2016 veröffentlicht!

11.01.2016

Berg-und-Tal-Touren

In mehreren PDF-Dateien berichte ich über Berg- und Taltouren sowohl vor 1989/1990 (Ende der DDR) als auch danach. Dabei entstanden diverse Fotos und Dokumente. Interessant für junge Deutsche dürfte zum Beispiel die erste PDF-Datei sein, in der ich eine Serie der letzten DDR-Geldscheine zeige. Dies hat nichts mit Verklärung zu tun. Eine kritische Distanz zur DDR-Diktatur ist Basis meiner Blog-Artikel.

Nach vielen Jahren der Lagerung stellte ich leider fest, dass sich die Farbigkeit bzw. Qualität vieler meiner Fotos verschlechtert hat. Beim Einscannen analoger Dias und Fotos und beim Umwandeln in digitale Fotodateien gibt es Qualitätsverluste und Unschärfen. Ich bitte dafür um Nachsicht und um Verständnis! Viele Fotos in den Foto-Berichten sind deshalb relativ schlecht geeignet zum Ausdrucken, aber ausreichend zum Anschauen am PC-Bildschirm. Ein Blick nach hinten in mein 20. Jahrhundert.









16.06.2015

Eine Buch-Empfehlung

Angeregt durch ein Gespräch mit Harald Hauswald am 31.05.2015 habe ich vor ein paar Tagen mal wieder die Homepage der Bundeszentrale für politische Bildung besucht.
Gefunden und bestellt habe ich dort sowohl die DVD über den Fotografen Harald Hauswald (www.bpb.de/radfahrer) als auch das Buch "Die DDR - Eine Geschichte von der Gründung bis zum Untergang" - Autor: Stefan Wolle.

Investiert habe ich dafür relativ wenig:
- die Hauswald-DVD kostete 4,50 Euro;
- das über 1.300 Seiten dicke DDR-Buch kostete 7 Euro;
- die Versandkostenpauschale betrug 4,60 Euro.


Nach den ersten 100 gelesenen Seiten bin ich bereits überzeugt: Diese Investition hat sich gelohnt. Der Autor Stefan Wolle, der übrigens als "gelernter DDR-Bürger" zufällig auch in Frankfurt (Oder) wohnt, schrieb sein Buch mit einem sehr gut lesbaren, erfrischend ironisch geprägten Stil.

Es besteht aus diesen drei Teilen:
  1. Der große Plan (Alltag und Herrschaft in der DDR 1949 - 1961)
  2. Aufbruch nach Utopia (Alltag und Herrschaft in der DDR 1961 - 1971)
  3. Die heile Welt der Diktatur (Herrschaft und Alltag in der DDR 1971 - 1989)
Wer sich 25 Jahre nach dem Untergang des "Retortenbabys" DDR - dem "Homunculus sovieticus" (Ausdruck von Pjotr Abrassimow) - mit der "nicht lebensfähigen historischen Missgeburt aus asiatischer Despotie und preußischem Militarismus" (Stefan Wolle) auf eine unterhaltsame Art und Weise auseinander setzen möchte, kaufe dieses kenntnisreiche Buch. Das Lesen könnte für viele "Ossis" und "Wessis" sowohl Provokation als auch Erleuchtung sein.

Zitat aus "Der große Plan" - Seite 77 und Seite 78:
"Es muß demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben". Dieses Diktum gehört zu den bekanntesten Aussprüchen Walter Ulbrichts. ...
Die SED hatte zwar alles in der Hand, aber es sah keineswegs demokratisch aus. Im Grunde war es von Anfang an eine Illusion der Kommunisten, irgendwer könnte dem Wolf glauben, er sei zum lieben Mütterchen der kleinen Geißlein geworden, nur weil er einen Sack voll Kreide gefressen hat. Im Grunde kam es darauf auch gar nicht mehr an.
Spätestens seit 1948 konnte und sollte jeder sehen, dass die SED überall das letzte Wort hatte. Mit der exekutiven Gewalt der sowjetischen Besatzungsmacht im Rücken beherrschte die Partei die Verwaltung, die Polizei, die Wirtschaftsbetriebe, die Kommunaleinrichtungen und Landtage, die Bildungseinrichtungen, die Massenorganisationen, die Blockparteien und das Kulturleben.
Die im Oktober 1949 gegründete Deutsche Demokratische Republik war kein Staat, der von einer Partei dominiert wurde, sondern eine Partei, die sich aus den Trümmern der Geschichte einen Staat zusammengebastelt hatte. In gewisser Weise entsprach das sogar der marxistisch-leninistischen These vom Staat als dem Machtinstrument der herrschenden Klasse, nur dass es bei dieser Klasse keineswegs um das Proletariat oder gar die Werktätigen ging, sondern um eine fremdbestimmte Clique von Funktionären.

18.03.2015

DDR-Propaganda in Müllrose

Gestern war ich bei strahlendem Sonnenschein wieder mal auf dem Fahrrad unterwegs. In der Müllroser Schiffbauerstraße kam ich am Gelände der ehemaligen Schiffswerft vorbei. Wann immer ich in den zurückliegenden 25 Jahren am Eckgrundstück vorbei gefahren bin - hing dort am Hausgiebel, quasi wie aus der Zeit gefallen, dieses alte DDR-Propaganda-Schild, das mit verblichener weißer Schrift auf verblichenem roten Hintergrund noch immer verkündet:

 Weiter voran auf dem bewährten Kurs
der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik! 

Hier mein Beweis-Foto, aufgenommen am 17.03.2015 mit dem Handy:

Bild vergrößern durch Anklicken!

25 Jahre nach der deutschen Einheit wird in Müllrose die damals in der DDR längst gescheiterte "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" scheinbar noch immer propagiert - eine Empfehlung für eine Ostalgie-Reise nach Müllrose? Dabei wartet seit 25 Jahren dieses ehemalige Werftgelände am Kleinen Müllroser See nur auf einen Investor, der diese Brache bebaut, das alte DDR-Propaganda-Schild von der Hauswand entfernt, ins Heimatmuseum bringt und die Wand endlich neu verputzt...

Bei einer Fahrrad-Tour durch Müllrose am 26. August 2015 stellte ich fest, dass inzwischen das Haus samt Propaganda-Schild verschwunden war. Offenbar wird jetzt auf dem ehemaligen Schiffswerft-Gelände investiert. Was für ein Neubau dort entsteht, werde ich beobachten.

08.10.2007

Zum Dokumentarfilm „Volkseigener Krause“

Erstmals hat ein Dok-Film einer Wessi-Frau fast 700 grauhaarige Frankfurter in der Marienkirche dazu gebracht, sich in einer öffentlichen Gruppentherapie-Sitzung mit ihrer DDR-Vergangenheit zu beschäftigen. Diese Veranstaltung hat vor allem eines gezeigt: Nur durch 25jährige Selbstverleugnung und Totalanpassung an das herrschende SED-Regime konnte der halbgebildete Herr Krause diese Funktion ausüben. Bekannt ist, dass Herr Krause lediglich eine Parteihochschule von innen gesehen hat. Bekannt ist eben auch, dass in den Reihen von DDR-Funktionsträgern eine Krankheit stark grassierte: der Alkoholismus. Der Leiter des Büros Krause war dafür z.B. bekannt und berüchtigt. Nur mit starken Getränken haben viele dieser SED-Parteigänger jene Widersprüche und Missverhältnisse ausgehalten, die letztendlich trotzdem das System DDR zum Einsturz brachten. Viele Familienmitglieder haben in der DDR unter dieser Krankheit mitgelitten. Bekannt ist z.B., dass ein Sohn des Herrn Krause an den Widersprüchen seines angepassten Vaters verzweifelt ist und ein stadtbekannter Trinker war.

Enttäuschend ist die Naivität der Wessi-Regisseurin, die lediglich symbolhafte Orte ausgewählt hat, um Herrn Krause eine Plattform zur Selbstdarstellung zu bieten. Verständlich deshalb die Enttäuschung vieler Besucher, die ihre Erwartungen an den Film getäuscht sahen. Andere Zuschauer zeigten bei der Film-Präsentation, was sie noch immer am meisten verdrängen: die DDR-Wirklichkeit.

2007 druckte der Oderlandspiegel meine Meinung als Leserbrief!