17.02.2019

Neue Teilnehmer-Rekorde

Zum 25. November 2015 habe ich mit einer Ankündigung in der MOZ das erste Mal zu einer Stadtwanderung (Nr.1) eingeladen. Damals waren wir nur sechs Teilnehmer*innen, die sich am Parkplatz bei Wupis Imbiss trafen und durch den Frankfurter Forst wanderten:

Am 16 Januar 2019 lud ich ein zur Stadtwanderung Nr. 16 durch Slubice: Diesmal kamen 45 Frauen und Männer - die meisten waren Frankfurter*innen, aber einige reisten auch aus Orten der Umgebung an, wie z.B. Lebus, Jacobsdorf und Br.-Finkenheerd. Sogar aus Berlin kamen vier Wanderer! Insgesamt also ein neuer Teilnehmer-Rekord!
Aufmerksam geworden auf meine öffentliche Wanderung waren alle durch meine Homepage und durch meine Presse-Ankündigungen in der MOZ und im Oderlandspiegel.


Am 13. Februar 2019 fand die Stadtwanderung Nr. 17 durch Frankfurt statt. Daran nahmen 54 Wanderinnen & Wanderer teil. Dies ist ein neuer Teilnehmer-Rekord - siehe Foto unten!


Ab dem 27. März beginnt die Zeit der acht Mittwochs-Radtouren 2019. Auch dazu lade ich wieder alte und neue Teilnehmer*innen ein. Jede/r Radfahrer*in mit einem verkehrssicheren Fahrrad und mit Alltagskondition ist willkommen!
Die Teilnahme ist generell für alle Wanderer*innen bzw. Radfahrer*innen kostenlos. Alle wandern bzw. radeln mit auf eigene Verantwortung und auf eigene Versicherung.

Es gibt ein allgemeines Bedürfnis nach solchen vereinsfreien Gemeinschafts- und Bewegungserlebnissen. Nicht zu unterschätzen dabei ist auch die soziale Kontaktpflege: Alte Beziehungen werden gepflegt, neue Beziehungen entstehen. In der Regel kommen Leute zu den Radtouren und Wanderungen, die bereits das Rentenalter erreicht bzw. überschritten haben. Ausnahmen bestätigen diese Regel.

02.02.2019

Anton von Werner ausstellen!


Am 23. Januar 2019 schrieb ich zwei gleichlautende E-Mails:
  1. an das Deutsche Historische Museum in Berlin
  2. an das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst in Cottbus und Frankfurt

Der Inhalt meiner Mails an die beiden Museen lautete:

Sehr geehrte Damen und Herren,

1993 wurde in Frankfurt (Oder) eine Gedenktafel angebracht. Ich war damals bei der Einweihung anwesend, als der damalige Frankfurter Oberbürgermeister Wolfgang Pohl die Tafel in der Frankfurter Forststraße am 09.05.1993 enthüllte. Eine Fotokopie der Tafel finden Sie in der Anlage meiner Mail.

Die Bronzetafel erinnert an einen bekannten Sohn Frankfurts: Anton von Werner. Bei Wikipedia gibt es für ihn einen Artikel.

Im vorigen Jahr 2018 hätte es eine Würdigung des Malers geben können, denn am 09. Mai 2018 war sein 175. Geburtstag! Anton von Werner gehörte zu seiner Zeit zwar nicht zu den Vertretern einer damals modernen Kunstauffassung. Aber "er hinterließ in fotografischer Manier gemalte und bis heute reproduzierte Historienbilder von Ereignissen seiner Zeit."

Eines seiner bedeutendsten Werke ist die "Kaiser-Proklamation". In der Anlage sende ich eine digitale Version des Bildes, von dem übrigens eine Version bis 1945 in Frankfurt (Oder) hing!

Ich schlage vor, dass Ihr Museum dem Maler Anton von Werner eine Sonder-Ausstellung widmet. Es ist endlich an der Zeit, sich heute mit dem Wirken dieses bedeutenden deutschen Künstlers auseinander zu setzen.

Ein guter Platz für eine A.v.Werner-Ausstellung ist Frankfurt, seine Geburtsstadt! Aus Frankfurt kamen bzw. kommen zwar nur relativ wenige Künstler, die deutschlandweit bekannt wurden. Anton von Werner gehört dazu, auch wenn er, so wie z.B. Heinrich von Kleist, seinen Ruhm erst außerhalb von Frankfurts Stadtmauern erwarb.

Mit freundlichem Gruss

Roland Totzauer

Am 25. Januar 2019 erhielt ich folgende Antwort per E-Mail aus Berlin:

Sehr geehrter Herr Totzauer,

haben Sie ganz herzlichen Dank für Ihre freundliche Mail. Nachdem wir 1993 eine große Sonderausstellung zu Anton von Werner in unserem Haus gezeigt haben, ist unsere Ausstellungsplanung bis einschließlich 2022 abgeschlossen. Anschließend stehen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen des Museumsgebäudes an, so dass wir Ausstellungen in einer nur sehr reduzierten Form anbieten können. Gerne aber nehme ich Ihren Vorschlag auf, ob nach Beendigung der Baumaßnahmen 2025 oder 2026 eine Ausstellung zu Anton von Werner nicht angedacht werden könnte.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Arnulf Scriba
DHM

Am 29. Januar 2019 erhielt ich folgende Antwort per E-Mail aus Cottbus:

Sehr geehrter Herr Totzauer,

ich bedanke mich für Ihr Engagement und Ihren freundlichen Vorschlag, das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst möge eine Anton von Werner-Ausstellung organisieren.

Bedauerlicherweise muss (und will!) ich Ihrem Vorschlag eine Absage erteilen. Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst verfügt über einen umfang- und facettenreichen Sammlungsbestand von Kunst ab 1900 bis in die Gegenwart. Die bis dato vielfach unterschätzte Besonderheit des Bestandes liegt in seiner einzigartigen epochalen Verankerung. Von den etwa 42.000 Kunstwerken unserer Sammlung stammen 75% aus der Zeit der DDR. Dieser Schwerpunkt markiert ein eindeutiges Profil unseres Hauses. Unser Bestreben zielt darauf ab, über unsere Ausstellungen kunsthistorische sowie zeitgenössische Kontextualisierungen von diesem Sammlungsfokus des BLMK herzustellen. Zielstellung ist es, die Sammlung des BLMK in Diskurse und die Geschichte der Moderne einzuschreiben.

Das 19. Jahrhundert hingegen spielt für unsere Sammlung und das Museumsprofil keine wesentliche Rolle. Und im Falle relevanter Bezüge zum 19. Jahrhundert beziehen sich diese immer auf die Anfänge der Moderne. Anton von Werner hingegen ist nicht nur definitiv kein Künstler der Moderne, vielmehr verkörpert sein Werk geradezu das Gegenteil.

Kurzum: die Malerei von Anton von Werner ist mit Sammlungsschwerpunkten, Programm und Profil des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst nicht kompatibel.

Mit freundlichen Grüßen,

Ulrike Kremeier
Direktorin BLMK
Vorstand BKC-F

Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst
Uferstraße / Am Amtsteich 15 | 03046 Cottbus
Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Str. 11 | 15230 Frankfurt (Oder)

Am 02.02.2019 druckte die Wochenendzeitung "Der Oderlandspiegel" meinen Leserbrief:


Bitte das kleine Vorschaubild anklicken = Originalgröße!

Bereits Ende 2018 hatte ich per E-Mail ALLE Frankfurter SVV-Fraktionen über den Verlust der Anton-von-Werner-Gedenktafel informiert. Auf meine Information hat leider nur die AFD-Fraktion reagiert und einen Antrag für die SVV-Sitzung am 14.02.2019 formuliert, der [hier als PDF-Datei] angeschaut werden kann. Immerhin hat wenigstens eine SVV-Fraktion reagiert! Was wird das Frankfurter Stadtparlament beschließen?

04.03.2019: Laut Sitzungsprotokoll hat die AFD ihren Antrag während der SVV-Sitzung zurückgezogen. Offenbar hat die Frankfurter Stadtverwaltung die Abgeordneten während oder vor der SVV-Sitzung darüber informiert, dass bereits Schritte zur Wiederherstellung der Gedenktafel ergriffen wurden - quasi als Reaktion auf meine E-Mail-Skandalisierung. Der Tafel-Erneuerungsprozess ist also angestoßen - eine neue Tafel soll in naher Zukunft kommen, so lautete jedenfalls die Mail-Nachricht der zuständigen neuen Kultur-Dezernentin!

29.03.2019: Heute erhielt ich aus einer anderen Quelle per Mail die Information, dass die Frankfurter Wohnungswirtschaft die Anfertigung einer neuen Gedenkplatte in Auftrag gegeben hat. Das Foto unten zeigt die Gedenkplatte im Jahr 1993 am Haus Forststrasse 3 vor der Sanierung. Deutlich sind Steine einer DDR-Betonplatte zu sehen, die heute von Wärmedämmplatten verdeckt werden.


Eines möchte ich hier an dieser Stelle betonen: Anton von Werner war kein künstlerischer Avantgardist, sondern "nur" ein Kind seiner Zeit und bewegte sich als Künstler & Mensch in den gesellschaftlich und ästhetisch bekannten und anerkannten Grenzen. Er war kein Mörder, kein Kriegsverbrecher und kein Krimineller! Von daher halte ich die Weigerung, sich heute mit dem Wirken des Menschen und Malers A.v.Werner öffentlich im Land Brandenburg auseinander zu setzen, für eine bedauerliche einseitige Position. Diese einseitige Haltung bemerke ich leider auch in Frankfurt (Oder) beim Umgang mit der "verschwundenen" Gedenkplatte. Aktuell wird in den meisten regionalen Medien das Thema leider totgeschwiegen!