27.11.2018

Kultur-Skandal

Vernichtete Wohnungswirtschaft wertvolle Gedenktafel?

Am 09. Mai 1843 wurde in Frankfurt (Oder) der bedeutende Historienmaler Anton von Werner in der Forststraße 3 geboren. Sein bekanntestes Bild ist "Die Proklamation des Deutschen Kaiserreiches". Eine Bildvariante hing bis 1945 in Frankfurt (Oder).

Anlässlich seines 150. Geburtstages wurde am 09.05.1993 am Standort des Wohnhauses in der Forststraße 3 durch den OB eine Gedenktafel enthüllt. An dieser Enthüllung nahm ich damals als SVV-Abgeordneter teil.

Inzwischen sind 25 Jahre vergangen. Im Jahr 2018 jährte sich der Geburtstag des Malers Anton von Werner zum 175. Mal! Diesen 175. Geburtstag nahm ich zum Anlass und suchte die Gedenktafel mit der Absicht, sie in meine Stadtwanderung Nr. 15 einbinden zu wollen. Ich radelte in die Forststraße und suchte und suchte: Die Tafel war verschwunden!

Auf meine Nachfrage beim Stadtarchiv Frankfurt (Oder) erhielt ich die Antwort, dass "das Stadtarchiv vor einigen Jahren schon feststellte, dass die Tafel verschwunden war. Die Wohnungswirtschaft versprach, eine neue Tafel zu sponsern, bisher blieb es leider beim Versprechen."
Vernichtete im Zuge von Sanierungsarbeiten die Frankfurter Wohnungswirtschaft GmbH diese wertvolle Gedenktafel?

- Ich fordere alle Politiker unserer Stadt auf, bei der Wohnungswirtschaft gegen das kulturlose Vernichten dieses Stadtdokuments zu protestieren!
- Ich fordere die Wohnungswirtschaft Frankfurt (Oder) auf, unverzüglich in der Forststraße die alte oder eine neue Gedenktafel anzubringen!
- Ich fordere alle Pressemedien in und um Frankfurt (Oder) auf, diesen Kultur-Skandal öffentlich zu thematisieren!
- Ich fordere die Frankfurter Bürger auf, gegen diesen Kultur-Skandal öffentlich zu protestieren und die Rückkehr der Tafel zu verlangen!
- Ich fordere den Frankfurter Oberbürgermeister auf, sich in dieser Angelegenheit für das Geschichtsdokument einzusetzen: Die alte Tafel oder eine neue Gedenktafel gehört in die Forststraße 3!


Meine Mailaktion ist in der Stadt angekommen. Sie hat bereits Wellen geschlagen. Offensichtlich war meine Skandalisierung dahingehend erfolgreich, dass nun plötzlich Bewegung in die Angelegenheit gekommen ist. Es wird wohl eine neue Tafel geben! Na bitte - aber warum müssen erst mehrere Jahre verstreichen? Mein Aufschrei "Kulturskandal" wirkt! Außerdem werden wieder ein paar Frankfurter mehr als bisher den Maler Anton von Werner bewußt als Sohn dieser Stadt zur Kenntnis genommen haben.
Als vor einigen Jahren Bronzeplaketten an der Kleist-Statue im Gertraudenpark gestohlen wurden, gab es in der MOZ ein riesiges Medien-Echo mit Fotos und Diskussionen. Hoffentlich wachen die Frankfurter Journalisten nun auch im Fall der verschwundenen Gedenktafel auf. Ansonsten entsteht der Verdacht, dass in der Stadt bei Kulturwerken mit zweierlei Maß gemessen wird!

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