02.02.2019

Anton von Werner ausstellen!


Am 23. Januar 2019 schrieb ich zwei gleichlautende E-Mails:
  1. an das Deutsche Historische Museum in Berlin
  2. an das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst in Cottbus und Frankfurt

Der Inhalt meiner Mails an die beiden Museen lautete:

Sehr geehrte Damen und Herren,

1993 wurde in Frankfurt (Oder) eine Gedenktafel angebracht. Ich war damals bei der Einweihung anwesend, als der damalige Frankfurter Oberbürgermeister Wolfgang Pohl die Tafel in der Frankfurter Forststraße am 09.05.1993 enthüllte. Eine Fotokopie der Tafel finden Sie in der Anlage meiner Mail.

Die Bronzetafel erinnert an einen bekannten Sohn Frankfurts: Anton von Werner.
Bei Wikipedia gibt es für ihn einen Artikel.

Im vorigen Jahr 2018 hätte es eine Würdigung des Malers geben können, denn am 09. Mai 2018 war sein 175. Geburtstag! Anton von Werner gehörte zu seiner Zeit zwar nicht zu den Vertretern einer damals modernen Kunstauffassung. Aber "er hinterließ in fotografischer Manier gemalte und bis heute reproduzierte Historienbilder von Ereignissen seiner Zeit."

Eines seiner bedeutendsten Werke ist die "Kaiser-Proklamation". In der Anlage sende ich eine digitale Version des Bildes, von dem übrigens eine Version bis 1945 in Frankfurt (Oder) hing!

Ich schlage vor, dass Ihr Museum dem Maler Anton von Werner eine Sonder-Ausstellung widmet. Es ist endlich an der Zeit, sich heute mit dem Wirken dieses bedeutenden deutschen Künstlers auseinander zu setzen.

Ein guter Platz für eine A.v.Werner-Ausstellung ist Frankfurt, seine Geburtsstadt! Aus Frankfurt kamen bzw. kommen zwar nur relativ wenige Künstler, die deutschlandweit bekannt wurden. Anton von Werner gehört dazu, auch wenn er, so wie z.B. Heinrich von Kleist, seinen Ruhm erst außerhalb von Frankfurts Stadtmauern erwarb.

Mit freundlichem Gruss

Roland Totzauer

Am 25. Januar 2019 erhielt ich folgende Antwort per E-Mail aus Berlin:

Sehr geehrter Herr Totzauer,

haben Sie ganz herzlichen Dank für Ihre freundliche Mail. Nachdem wir 1993 eine große Sonderausstellung zu Anton von Werner in unserem Haus gezeigt haben, ist unsere Ausstellungsplanung bis einschließlich 2022 abgeschlossen. Anschließend stehen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen des Museumsgebäudes an, so dass wir Ausstellungen in einer nur sehr reduzierten Form anbieten können. Gerne aber nehme ich Ihren Vorschlag auf, ob nach Beendigung der Baumaßnahmen 2025 oder 2026 eine Ausstellung zu Anton von Werner nicht angedacht werden könnte.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Arnulf Scriba
DHM

Am 29. Januar 2019 erhielt ich folgende Antwort per E-Mail aus Cottbus:

Sehr geehrter Herr Totzauer,

ich bedanke mich für Ihr Engagement und Ihren freundlichen Vorschlag, das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst möge eine Anton von Werner-Ausstellung organisieren.

Bedauerlicherweise muss (und will!) ich Ihrem Vorschlag eine Absage erteilen. Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst verfügt über einen umfang- und facettenreichen Sammlungsbestand von Kunst ab 1900 bis in die Gegenwart. Die bis dato vielfach unterschätzte Besonderheit des Bestandes liegt in seiner einzigartigen epochalen Verankerung. Von den etwa 42.000 Kunstwerken unserer Sammlung stammen 75% aus der Zeit der DDR. Dieser Schwerpunkt markiert ein eindeutiges Profil unseres Hauses. Unser Bestreben zielt darauf ab, über unsere Ausstellungen kunsthistorische sowie zeitgenössische Kontextualisierungen von diesem Sammlungsfokus des BLMK herzustellen. Zielstellung ist es, die Sammlung des BLMK in Diskurse und die Geschichte der Moderne einzuschreiben.

Das 19. Jahrhundert hingegen spielt für unsere Sammlung und das Museumsprofil keine wesentliche Rolle. Und im Falle relevanter Bezüge zum 19. Jahrhundert beziehen sich diese immer auf die Anfänge der Moderne. Anton von Werner hingegen ist nicht nur definitiv kein Künstler der Moderne, vielmehr verkörpert sein Werk geradezu das Gegenteil.

Kurzum: die Malerei von Anton von Werner ist mit Sammlungsschwerpunkten, Programm und Profil des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst nicht kompatibel.

Mit freundlichen Grüßen,

Ulrike Kremeier
Direktorin BLMK
Vorstand BKC-F

Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst
Uferstraße / Am Amtsteich 15 | 03046 Cottbus
Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Str. 11 | 15230 Frankfurt (Oder)

Am 02.02.2019 druckte die Wochenendzeitung "Der Oderlandspiegel" meinen Leserbrief:


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Bereits Ende 2018 hatte ich per E-Mail alle Frankfurter SVV-Fraktionen über den Verlust der Anton-von-Werner-Gedenktafel informiert. Aufgrund meiner Information hat die AFD-Fraktion einen Antrag für die SVV-Sitzung am 14.02.2019 formuliert, der [hier als PDF-Datei] angeschaut werden kann. Immerhin hat wenigstens eine SVV-Fraktion reagiert!
Was wird das Frankfurter Stadtparlament beschließen?

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