05.06.2012

Freiheit & Demokratie & Gelassenheit

Zum Thema "Neuer Name für Liebknecht-Gymnasium?"

Selbst wenn 1994 die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung pro Liebknecht
abgestimmt hat, so ist dies heute (2012) kein Hindernis, erneut über den Namen des Gymnasiums abzustimmen: Jede Generation hat das Recht und die Freiheit, alte SVV-, und Schulkonferenz-Beschlüsse demokratisch in Frage zu stellen, zu hinterfragen, neu zu diskutieren und neu abzustimmen! So geschehen in den Jahren 2011/2012 mit dem bekannten Ergebnis der demokratisch legitimierten Schulkonferenz. Sie hat sich 2012 für einen neuen ideologiefreien Gymnasiums-Namen entschieden, was ich akzeptiere! Ob dieser neue Name in 20, 30 oder 50 Jahren noch Bestand haben wird, ist Angelegenheit und Freiheit der nächsten Generationen, die hoffentlich selbstbestimmt die Namen ihrer Gymnasien, Schulen und Straßen demokratisch wählen können. Viele von denen, die heute noch ideologisch ausschweifend über den von der aktuellen Schulkonferenz abgewählten Namen "Liebknecht-Gymnasium" diskutieren und viele jener SVV-Abgeordneten, die am 14.06.2012 über die Namensänderung abstimmen, werden dann längst auf den Friedhöfen dieser Welt liegen! Und das ist gut so ...

Roland Totzauer

Kommentare:

  1. Gabi Erdmannsthal20.6.12

    Eigene Traditionslinien begründen

    Beschlüsse von Schulkonferenzen und Stadtverordnetenversammlungen gelten grundsätzlich nicht für immer und ewig! Jede neue Schulkonferenz-Generation und jede neue SVV-Generation hat das
    demokratische und freie Recht, eigene Beschlüsse zu fassen, die durchaus früheren Beschlüssen konträr gegenüberstehen können.
    Neue Mitglieder in der Schulkonferenz mit neuen Interessenlagen werden dieses Thema neu diskutieren und neu abgestimmen. Aufgrund der Ablehnung des Umbenennungsantrags am 14.06.2012 wird es nach der nächsten oder übernächsten SVV-Wahl garantiert die nächste Initiative zur Gymnasiums-Umbenennung geben, denn es ist längst überfällig, die "sozialistischen Traditionslinien" in Frankfurt (Oder) zu brechen und eigene regionale Traditionslinien zu begründen! Auch so kann man sich mit DDR-Geschichte auseinandersetzen - indem man deren Traditionen in Frage stellt und Namen konsequent verändert. Diese Zeit wird kommen!

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  2. Rosemarie Tauwetter25.6.12

    Sobald sich eine Schulkonferenz des Gymnasiums und die jeweilig gewählte SVV auf einen politisch neutralen Namen geeinigt haben, wird die Diskussion um den aktuellen Gymnasiumsnamen enden. An anderen Frankfurter Schulen/Gymnasien ist dies zu beobachten! Es muss also nicht zwangsläufig alle 2 Jahre abgestimmt werden. Sobald ein neuer Gymnasiumsname von allen politischen Kräften in der Stadtverordnetenversammlung akzeptiert wurde, wird der neue Name auch langfristig Bestand haben. Dies setzt voraus, dass alle Beteiligten damit einverstanden sind, sich auf einen neuen, politisch neutralen Namen einzulassen. Solange dies nicht geschieht, wird weiter diskutiert und werden weiterhin aus künftigen Schulkonferenzen und diversen SVV-Fraktionen Anträge auf eine Umbenennung kommen.

    2012 hat die Schulkonferenz des Gymnasiums mehrheitlich gegen den bisherigen Namen "Karl Liebknecht" abgestimmt. Dieses Abstimmungsergebnis steht jetzt auf der Tagesordnung und nicht, wie 1993 die SVV über diesen Namen damals abgestimmt hat.

    Jede neue Schulkonferenz und jede neue SVV hat das Recht auf eine eigene Mehrheitsmeinung ohne Rücksicht darauf, was frühere Gremien dazu beschlossen haben!

    Der politische Prozess, der am 09. November 1989 begonnen hat, ist noch immer aktiv. Wer Diskussionen über Veränderungen verdrängt, denunziert oder unter den Teppich kehren will, wird früher oder später mit unangenehmen Mittel dazu gezwungen, die Veränderungen wahrzunehmen. In der jüngeren Geschichte gibt es dafür Beispiele!

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  3. Rosemarie Tauwetter26.6.12

    Der Widerspruch zwischen dem Beschluss der Schulkonferenz im März 2012 (contra Karl Liebknecht) und der SVV-Abstimmung am 14.06.2012 (pro Karl Liebknecht) bleibt bestehen. Im MOZ-Artikel "Keine Ruhe um Liebknecht" wird dieser Konflikt sehr deutlich durch die Bemerkungen des kommissarischen Schulleiters Kleefeld:

    "Die Namensdiskussion sei für ihn mit der Abstimmung der Stadtverordneten nicht abgeschlossen, vielmehr wolle er nach den Sommerferien mit den Lehrern den Umgang mit dem Schulnamen diskutieren. "Hier kann es in zwei Richtungen gehen: Entweder sieht man Nachholbedarf in der Beschäftigung mit dem Namen oder man hält das Thema für zu brisant, um die politische Neutralität der Schule zu wahren", beschreibt Kleefeld die derzeitigen Überlegungen unter seinen Kollegen. Als negativer Eindruck bleibt aus der monatelangen Diskussion zurück, dass die Schule außen vor blieb. "Ich habe vermisst, dass irgendein Abgeordneter mal auf mich zugegangen wäre", sagt Kleefeld."

    Der Konflikt resultiert also aus dem Unvermögen der Frankfurter SVV-Politiker, sich auf eine Diskussion mit der Schule und der Schulkonferenz einzulassen und einen politischen Kompromiss zu suchen. Solange der Widerspruch zwischen dem Beschluss der Schulkonferenz und der SVV-Abstimmung bestehen bleibt, bleibt genügend Anlass für weitere Diskussionen und Aktionen im MOZ-Forum und anderswo. Wir werden es erleben! Ich und Andere werden unseren Teil dazu beitragen, diese Diskussion und den politischen Prozess öffentlich solange weiter zu tragen, bis es einen für beide Seiten akzeptablen Kompromiss gibt!

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